Müsli mit frischen Obst auf Löffel

Warum B-Vitamine so wichtig sind


Vitamin B12 ist ein wichtiger Helfer unseres Eiweißstoffwechsels. Es übernimmt die Schlüsselrolle für die Funktion der normalen Hirnleistung und für ein intaktes Nervensystem. Außerdem beteiligt sich das Biomolekül bei der Bildung und Regeneration der isolierenden Nevenfaserhüllen (Myelin). Sind diese nämlich nicht intakt, kommt es zu neuropsychiatrischen Störungen; diese können sich ausweiten bis hin zu Depressionen und Demenz.

Das Biomolekül dient der Bildung roter Blutkörperchen und reguliert die Zellteilung nebst Zellwachstum. Auch für die Bildung der Erbsubstanzen DNA und RNA ist es mitverantwortlich.

Vitamin B12 schützt das Herz-Kreislaufsystem: Gemeinsam mit den Biopartnern Vitamin B6 und Folsäure wandelt es die gefährliche Aminosäure Homocystein in das ungiftige Methionin um, denn ein zu hoher Homocystein-Spiegel kann Arteriosklerose, also Arterienverkalkung auslösen. Hohe Homocystein-Werte

gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eberhard J. Wormer
Preis: 14,95 EUR

Die Gallensäure schleust das Vitamin B12 in den Dünndarm. Dort im letzten Krummdarm-Abschnitt, dem Ileum, tritt das wasserlösliche Vitamin ins Blut über. Dieser aktive Aufnahmeprozess findet aber nur statt, wenn Bauchspeicheldrüse und Magenschleimhaut das Transporteiweiß Glykoprotein ‒ den sogenannten Intrinsische-Faktor ‒ bereit stellen. Dieser „Transporter“ verpackt das Vitamin so, dass es vor Verdauungsenzymen geschützt ist: Jetzt erst kann das Vitamin B12 durch die Darmschleimhaut ins Blut eindringen. Selbst wenn das Blutserum genug Vitamin B12 bekommt, muss es erst an passende Eiweiße gebunden sein, damit es die Körperzellen aufnehmen können.

Vitamin B12, seine Struktur und seine Symbiosepartner

Vergleichen wir einmal den komplexen und gewichtigen Strukturaufbau des Vitamin B12 mit der Leichtbauweise des allbekannten Vitamin C. Bildlich steht sich hier ein Wolkenkratzer einer windigen Bretterhütte gegenüber. Im Zentrum der B12-Bandwurm-Strukturformel C72H100CoN18O17P ruht ein zwei- oder dreifach geladenes Kobalt-Ion: der einzigartige Kobalt-haltige biologische Naturstoff!

Preis: 39,00 EUR

Kein tierischer oder pflanzlicher Organismus ist imstande, diesen „Mikro-Wolkenkratzer“ herzustellen. Indes kann ein „Stubentiger“ leicht Vitamin C selbst erzeugen. Erst wenn man in den Mikrokosmos hinuntersteigt, finden sich Mikroorganismen, also Bakterien, die das Vitamin B12-Gebilde errichten können. Wie die Mikros ein Kobalt-Atom aufspüren und es schaffen, die weitere Elementen C, H, N, O und P so strukturiert um sich zu scharen, dass ein verwickeltes Gebilde wie das Vitamin B12 entsteht, gehört zu den vielen Wundern der Natur. Übrigens, das Spurenelement Kobalt im Molekül-Zentrum ist im chemischen Verhalten dem Eisen und Nickel sehr ähnlich.

B12-bildende Bakterien kommen als Symbionten sowohl im Verdauungstrakt von Tier und Mensch vor, aber auch auf Oberflächen pflanzlicher Wirte. Symbionten sind die kleineren der beiden an einer Symbiose beteiligten Arten; den Partner mit dem größeren Körper nennt man Wirt.

Merkwürdig ist, dass unser Dickdarm zwar Vitamin B12 bilden kann, es aber ungenutzt, also nicht absorbiert ans Tageslicht befördert – zu spät, Du rettest den Freund nicht mehr.

B12-Vorkommen

Größere B12-Mengen sind in tierischen Innereien wie Leber, Niere und Herz enthalten, ebenso in Fisch, Milchprodukte, Käse und Eier. Muscheln und Austern sind sehr B12-reich, weil sie grosse Mengen von Vitamin B12 produzierenden Mikroorganismen aus dem Meer abschöpfen.

Pflanzliche Nahrung ist Vitamin B12-frei, sieht man von bakterieller Oberflächen-Verunreinigung ab. Der Mythos, wonach milchsauer vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut und Rote Bete, fermentierte Lebensmittel, Lupine-Produkte oder Algen Vitamin B12 enthalten, stützt sich auf undifferenzierte Messmethoden mit überholten und fehleranfälligen Analysemethoden. Inzwischen weiß man, dass es sich dabei um inaktive Pseudo-B12-Vitamine, so genannte Analoga handelt. Diese kann der menschlichen Stoffwechsel nicht verwerten, ja sogar die Aufnahme von Vitamin B12 behindern, da sie wichtige B12-Transportmoleküle im Körper besetzen.

Und dieses recht junge Messergebnis interessiert bestimmt wandelnde Biotonnen, wie ich uns Veganer und Vegetarier nenne: Die Totentrompete, ein schmackhafter Speisepilz und auch der Pfifferling enthalten 1 bis 2,5 µg Vitamin B12 pro 100 g Trockenmasse, und zwar definitiv keine Analoga, sondern aktives Vitamin B12. Angeblich ist nur eine der Algen, nämlich die Chorella, ein verlässlicher B12-Quell mit einem Gehalt von 80 µg Vitamin B12 pro 100 g Trockenmasse; zum Vergleich: Kalbsleber enthält 60 µg/100g.

Übrigens kursierte seinerzeit die Meinung, dass die südindische Bevölkerung, trotz überwiegend vegetarischer Ernährung nicht an B12-Mangel leide; das galt bis zum Aufkommen moderner Sterilisations- und Lagertechniken. Klar, die Leute versorgten sich mit unbekannten B12-Quellen: Exkremente und Teile von Insekten im gelagerten Getreide und in den Hülsenfrüchten. So erkalteten viele Inder eben eher an Vergiftungen als an B12-Mangel.

Vitamin B12 (Cobalamin) in verschiedenen Bauweisen

Chemisch rein kommt Cobalamin – im folgenden abgekürzt mit Co. – so gut wie nie vor. Meist ist es an andere Moleküle gebunden. Diese Bindungspartner bestimmen auch die Namen der so entstehenden B12-Formen.

Adenosyl-Co. (in der Leber gespeichert) und Hydroxo-Co. sind die häufigsten Formen in Fleisch, während Methyl-Co. besonders in Milchprodukten vorkommt.

Methyl-Co. wirkt dabei im Zellplasma, während Adenosyl-Co. nur in den Mitochondrien aktiv ist. Hydroxo-Co. ist zwar selbst keine Coenzym-Form von Vitamin B12, der Körper kann es aber in eine der anderen Formen umwandeln. Es bindet sich besonders gut an die Transportmoleküle des Körpers, so dass es sehr lange zirkuliert und dadurch von allen B12-Formen die beste Depotwirkung hat.

Andere Formen von Vitamin B12 finden sich in Nahrungsmitteln nur selten und nur in Spuren.

Die Leber speichert Vitamin B12 durch das Protein Trans-Co. Ist dieses Depot gut gefüllt, kann ein Mangel über Jahre vom Körper ausgeglichen werden. Das ist der Grund, warum eine B12-Unterversorgung zunächst lange Zeit unentdeckt bleibt.

Symptome bei Vitamin B12-Mangel

B12-Mangel entsteht durch unzureichende Zufuhr mit der Nahrung, durch unzureichende Resorption oder durch gewisse Medikamente. Die Folgen:

erkranktes Blutbild, geschädigtes Zentralnervensystems, gestörte Dünndarmflora und Leberfunktion, erkrankter Magen-Darmtrakt.

Erste Anzeichen eines B12-Mangels sind Müdigkeit, Depression, Konzentrationsschwäche, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Gliedmaßen. Schlafstörungen, Allergie- und Infektanfälligkeit, beschleunigte Alterung und allmähliche Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Symptome sind auch blasse Haut, Zungenbrennen, eingeschlafene Hände und Füße, Geruchs- und Geschmacksverlust.

Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Muskelschwäche und Verwirrung kommen. Die Fähigkeit zum Denken lässt nach; manchem gelingt das auch ohne B12-Mangel. Auch Senilität und Demenz können ihre Ursachen im Vitamin-B12-Mangel haben. Übrigens, wenn Sie an Schlafstörungen leiden, sollten Sie versuchen mehr B12 in Form von Methyl-Co. aufzunehmen, es unterstützt nämlich das Schlaf-Hormon Melatonin.
quelle: http://medtipp.com

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s