Todkranken Patienten werden falsche Hoffnungen gemacht


Der Palliativmediziner Matthias Töns lässt kein gutes Haar an seinen Kollegen. Glaubt man dem Mediziner, so werden in Deutschland todkranken Patienten falsche Hoffnungen gemacht, damit sie bestimmten Therapien zustimmen, die angeblich ihr Leben retten oder erträglicher machen sollen.

Doch das Vertrauen in diese Ärzte ist oft ungerechtfertigt. Dahinter steckt ein perfides System, bei dem am Ende nur der behandelnde Arzt gewinnt – und das in beträchtlichem Umfang. So zahlen Pharmaunternehmen Ärzten Handgelder für bestimmte Therapien.
Im Schnitt streicht ein Mediziner auf diese Weise 670 Euro für einen Todkranken ein. Für

manche Therapien werden bis zu 7.000 Euro gezahlt. Das Ganze läuft dann unter dem Deckmantel einer „Studie“. Hierfür muss der Arzt nur ein paar Bögen ausfüllen, damit die Kasse klingelt – für Töns eine Straftat.

Die Ärzte verdienen am Sterben

„Was in der modernen Medizin geschieht, ist oft eher unmenschlich“, sagt Matthias Thöns. „Es hilft den Sterbenden nicht, bringt weder Zeit noch Lebensqualität. Es bringt nur Leid“, konstatiert der Palliativmediziner aus Nordrhein-Westfalen.

Er erlebe jeden Tag, dass Mediziner Patienten falsche Hoffnungen machten. „Man will das nicht wahrhaben, weil man Ärzte als Lebensretter und Helden kennt. Sie sind aber auch Geschäftsleute. Die Ärzte verdienen am Sterben“, sagt Thöns (Pharma: Meinungsmache auf Wikipedia – Informationen im Gesundheitsbereich gezielt falsch (Video)).

Ein Beispiel sei die geschäftliche Verflechtung zwischen Ärzten und Pharmafirmen: „Die Pharmaindustrie hat den geschickten Schachzug gemacht, dass sie uns Ärzte quasi am Umsatz beteiligt. Wenn man bestimmte teure Medikamente verschreibt, ist der Patient oft Teilnehmer einer Studie der Firma.“ Dazu müsse der Arzt nur regelmäßig ein paar Bögen ausfüllen und bekomme im Schnitt pro Patient 670 Euro.

„Es gibt Therapien, da werden 7000 Euro bezahlt. Es kann nicht sein, dass ein Arzt mehrere Tausend Euro bekommt, damit er eine bestimmte Therapie verschreibt. Das muss in meinen Augen eine Straftat sein, das ist Bestechung“, so Thöns (Big Pharma: Todesfalle Arztpraxis).

Der 49-jährige Thöns ist seit fast 20 Jahren niedergelassener Palliativmediziner in Witten bei Dortmund.

Ende Juni mussten 54 Pharmakonzerne erstmals offenlegen, wie viel Geld sie an Ärzte in Deutschland zahlen. 575 Millionen Euro flossen demnach im Jahr 2015 an mehr als 71.000 Ärzte und Fachkreisangehörige wie Apotheker sowie 6200 medizinische Einrichtungen (Die Pharmaindustrie: Das Geschäft mit unserer Gesundheit).

Wieviel Geld hat Dein Arzt/Heilberufler im vergangenen Jahr von der Pharmaindustrie erhalten?

Hier mehr: https://correctiv.org/recherchen/euros-fuer-aerzte/datenbank/

Patient ohne Verfügung

In deutschen Kliniken wird operiert, katheterisiert, bestrahlt und beatmet, was die Gebührenordnung hergibt – bei 1.600 Euro Tagespauschale für stationäre Beatmung ein durchaus rentables Geschäft.

Dr. Matthias Thöns berichtet aus seiner jahrelangen Erfahrung von zahlreichen Fällen, in denen alte, schwer Kranke mit den Mitteln der Apparatemedizin behandelt werden, obwohl kein Therapieerfolg mehr zu erwarten ist.

Nicht Linderung von Leid und Schmerz, sondern finanzieller Profit steht im Fokus des Interesses vieler Ärzte und Kliniken, die honoriert werden, wenn sie möglichst viele und aufwendige Eingriffe durchführen.

Dr. Thöns berichtet aus seinem Alltag von Fällen, bei deren Schilderung einem der Atem stockt. Da werden Menschen entgegen ihrem Willen teils über Jahre durch Apparatemedizin am Sterben gehindert, oder es wird Chemotherapie mit starken Nebenwirkungen in den letzten Lebenswochen und Tagen verabreicht.

Er berichtet auch von Strahlentherapie und Operationen kurz vor dem Lebensende, bei denen schon vor dem Eingriff klar war, dass sie nicht dem Patienten, sondern nur noch der abrechnenden Klinik nutzen würden. Auch in Fällen von Nieren-, Lungen- oder Herzversagen berichtet er vom fragwürdigen Einsatz der Apparatemedizin zulasten schwer kranker Menschen.

Thöns‘ Appell lautet deshalb: Wir müssen in den Ausbau der Palliativmedizin investieren, anstatt das Leiden alter Menschen durch Übertherapie qualvoll zu verlängern.

Wie unser Gesundheitssystem zur tödlichen Gefahr wird

Ärzte und Krankenhäuser sind in der Zwischenzeit eine der Hauptursachen für viele Krankheiten geworden. Jährlich werden allein in Deutschland rund eine Million Menschen wegen unerwünschter Nebenwirkungen von Arzneimitteln in ein Krankenhaus aufgenommen.

Unvorstellbar? Noch schockierender ist die Zahl derer, die diesen Krankenhausaufenthalt nicht überleben. Bis zu 57.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Nebenwirkungen von Medikamenten. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, an den Nebenwirkungen der Medikamente zu sterben, die Ihr Arzt Ihnen verordnet hat, 15 mal höher als bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen (Deutschland: Im Land der Lügen – Wie uns die Pharmaindustrie und Politik mit Zahlen manipulieren (Video)).

Mein täglich Medikament gib mir heute: Jedes Jahr stirbt in Deutschland eine mittlere Stadt von der Größe Baden-Badens an den Nebenwirkungen von Medikamenten.

Arzneimittel, Diagnosen und Therapien sind oft keine medizinischen Notwendigkeiten, sondern resultieren aus Irrtümern, Trugschlüssen und finanziellen Interessen.

Quelle: pravda-tv.com

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2 Kommentare zu “Todkranken Patienten werden falsche Hoffnungen gemacht”

  1. Hallo!
    Vielen Dank für diesen Artikel, es ist echt interessant über diese Theme von einer anderen Ansicht zu lesen. Ich finde es echt schrecklich wenn man Medizin bzw Ärzte mit solchen Sachen verbindet, obwohl das die Realität ja ist.
    LG
    Bianca

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