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Folsäure in der Schwangerschaft


Wenn der Frauenarzt eine Schwangerschaft feststellt, gibt es den Mutterpass und die Empfehlung Folsäuretabletten zu nehmen. Täglich eine Tablette! Die Bedeutung von Folsäure in der Schwangerschaft, eine Interventionsmaßnahme der Ernährungsbildung. Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit fuer Mutter und Va ter. Ihre Gefuehle schwanken zwischen Vorfreude und Unsicherheit, Glueck und Sorge. Werdende Eltern erleben eine ganz neue Phase von sozialen, psychischen und physischen Veraenderungen. Dabei spielt die Gesundheit der Mutter und die ihres Kindes eine große Rolle. Im Koerper einer Schwangeren waechst neues Leben heran, das vollstaendig auf die werdende Mutter angewiesen ist. Das ist eine große

Verantwortung. In einem noch recht neuen Forschungsgebiet hat man herausgefunden, dass das Fundament unserer Gesundheit bereits im Uterus der Mutter angelegt wird. Waehrend der Schwangerschaft programmiert der Stoffwechsel der Mutter zum Teil die spaetere Gesundheit des Kindes vor und beeinflusst damit wesentlich die Gesundheit fuer dessen spaeteres Leben (vgl. Miketta G.1999, S.19).§ In meiner Hausarbeit interessiert mich besonders die Personengruppe Schwangere und deren Ernaehrung im Hinblick auf folsa urereiche Lebensmittel. Dabei spielt die Praevention zur Verhinderung von Fehlbildungen eine besondere Rolle.

Folsäure Test

Täglicher Folsäurebedarf: Jugendliche und Erwachsene: 400 Mikrogramm Nahrungsfolsäure. Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere, Stillende: 600 Mikrogramm. Sie sollten den erhöhten Bedarf über ein Folsäurepräparat decken.

Sie schützt Ungeborene vor bestimmten Missbildungen und Alte möglicherweise vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch kaum einer kennt das Vitamin.

Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine. Sie spielt eine bedeutende Rolle bei allen Wachstums- und Entwicklungsprozessen, vor allem bei der Bildung von Blut, Zellen und Erbsubstanz. Besonders wichtig ist sie deshalb in der Schwangerschaft. Ein Mangel an Folsäure kann die Entwicklung des Embryos behindern und das zentrale Nervensystem schädigen. Mediziner sprechen von einem Neuralrohrdefekt – das Neuralrohr ist der Nervenkanal in der späteren Wirbelsäule. Folge dieses Defekts sind mitunter schwere Fehlbildungen von Wirbelsäule, Rückenmark und Gehirn. Zu den häufigsten Missbildungen gehören der „offene Rücken“ (Spina bifida) und eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 500 bis 800 Säuglinge mit solchen Schäden geboren. Hinzu kommen 400 bis 500 Abtreibungen nach entsprechender Diagnose.
Rätselhafter Stoff
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Doch das lebenswichtige Vitamin ist eher unbekannt. Als beispielsweise über 4 000 Jugendliche in Sachsen-Anhalt zu Ernährung und Schwangerschaft befragt wurden, konnten 80 von 100 Schülern der 10. bis 13. Klassen auf die Frage „Was ist Folsäure?“ keine Antwort geben. Und nur jeder fünfte kannte die Empfehlung, Folsäure vor und während der Schwangerschaft einzunehmen. Immerhin kannten zwei von drei Müttern neugeborener Kinder, die einen Fragebogen des Mainzer Geburtenregisters ausfüllten, den Nutzen von Folsäure während der Schwangerschaft, doch nur jede elfte Schwangere hatte sich auch aktiv um eine ausreichende Versorgung bemüht.
Vierte Schwangerschaftswoche
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Deutschlandweit ist höchstens jede zehnte Schwangere ausreichend mit diesem Vitamin versorgt. Dabei gibt es seit 1995 die Empfehlungen mehrerer Fachgesellschaften, dass Schwangere Folsäurepräparate einnehmen sollten. Doch die Rate der Fehlbildungen ist seither nicht zurückgegangen. Das kann unter anderem damit zusammenhängen, dass Gynäkologen Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere unzureichend oder zu spät darüber informieren, wie wichtig das Vitamin für Mutter und Kind ist. Problematisch ist auch, dass die Fehlbildungen bereits zu einem frühen Zeitpunkt entstehen – in der vierten Schwangerschaftswoche. Viele Frauen wissen dann noch gar nicht, dass sie schwanger sind.
Die meisten sind unterversorgt
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Jugendliche und Erwachsene sollten täglich 400 Mikrogramm Folsäure aus der Nahrung aufnehmen. Doch die meisten Menschen schaffen kaum mehr als die Hälfte. Rund 80 Prozent der Deutschen sind nach Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unterversorgt. Schwangere und Stillende brauchen noch mehr von dem lebenswichtigen Vitamin. Für sie lautet die Empfehlung, täglich 600 Mikrogramm aufzunehmen.
Wenige ernähren sich entsprechend
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Es ist sehr schwierig, den normalen Folsäurebedarf über die Ernährung aufzu­nehmen. Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte enthalten reichlich Folate (siehe „Ernährung“) – so werden die in Lebensmitteln vorkommenden natürlichen Folsäureverbindungen genannt. Doch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ernährt sich entsprechend. Außerdem leiden die Nahrungsfolate unter der Lagerung und Zubereitung, denn sie sind besonders licht-, luft- und hitzeempfindlich. Das hat zur Folge, dass viele Menschen zu wenig Folsäure aufnehmen.
Synthetische Folsäure von Vorteil

Wer nicht genügend natürliche Folsäure verzehrt, kann seinen Bedarf mit einem Nahrungsergänzungsmittel aufstocken. Schwangere sollten auf jeden Fall zusätzlich zu einer folatreichen Nahrung ein Folsäurepräparat mit einer Tagesdosis von 400 Mikrogramm einnehmen. Denn mit der Ernährung allein ist die empfohlene Menge kaum zu schaffen, aber gerade in der Schwangerschaft extrem wichtig. Und das synthetische Vitamin hat einen unbestrittenen Vorteil: Folsäure aus Tabletten wird vom Organismus schneller aufgenommen und besser verwertet als die natürlichen Folate aus der Nahrung.
Kapseln, Tabletten, Tropfen

Es gibt ein breites Angebot an Folsäurepräparaten in Apotheken, Drogeriemärkten, Reformhäusern und im Internet. Sie werden als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel angeboten, in Form von Kapseln, Dragees, Tabletten, Brausetabletten, Lutschtabletten und Tropfen. Zur Auswahl stehen Monopräparate – sie enthalten nur Folsäure – und Kombinationen mit den Vitaminen B6 und B12, manchmal auch noch mit weiteren Vitaminen und Mineralstoffen.
Ein Mittel ist geeignet

Wir haben 14 Folsäurepräparate, die oft verkauft werden, aus der Gruppe der Nahrungsergänzungsmittel untersucht. Uneingeschränkt empfehlen können wir nur Ratiopharm mit 400 Mikrogramm pro Tablette. Die anderen Mittel überschreiten mit ihrer Dosierung oder Einnahmeempfehlung die Zufuhrempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Wir können sie deshalb wenig oder nur mit Einschränkung empfehlen.
Nicht zu viel aufnehmen

Zwar gibt es keine gesetzlich geregelte Höchstmenge für die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. Experten raten jedoch, über Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als 1 000 Mikrogramm Folsäure täglich aufzunehmen. Solange die Verzehrsempfehlungen befolgt werden, sind insofern von keinem der geprüften Präparate gesundheitliche Risiken zu erwarten. Allerdings sollte bedacht werden, dass es inzwischen eine Vielzahl von Lebensmitteln gibt, die mit Folsäure angereichert sind. Dazu zählen vor allem Mehrfrucht- und Multivitaminsäfte, Buttermilch und Trinkjogurt, Cornflakes und Müsli. Bei einem häufigen Genuss solcher Produkte kann es dann leicht zu einer übermäßigem Aufnahme von Folsäure kommen, wenn zusätzlich auch noch hochdosierte Vitaminpräparate eingenommen werden.

Im Rahmen einer Schwangerschaft muss Folsäure rechtzeitig und in geeigneter Dosierung eingenommen werden, damit sie Neuralrohr-Defekte und andere Fehlbildungen bei Babys verhindern kann. Eine Studie der Technischen Universität München (TUM) kam nun zu dem Ergebnis, dass bei vielen Frauen Unsicherheiten bezüglich des Einnahmezeitpunktes und der Dosierung bestehen und Folsäure teilweise zu spät, zu viel oder gar nicht zugeführt wird. „Im ersten Schwangerschaftsdrittel hatten zwar 85 Prozent der befragten Frauen Folsäure ergänzt, allerdings folgte nur ein gutes Drittel der Empfehlung, 400 µg des B-Vitamins mindestens vier Wochen vor Eintritt der Schwangerschaft zuzuführen. Damit erfolgte die Einnahme in den meisten Fällen zu spät, um das Risiko für Neuralrohr-Defekte zu verringern“, berichtet Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und beruft sich dabei auf die Untersuchung um Prof. Hans Hauner vom TUM-Lehrstuhl für Ernährungsmedizin.

Folsäure spielt bei allen Zellneubildungs- bzw. Zellteilungsprozessen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle. Ein Mangel an Folsäure während der Schwangerschaft kann unter anderem zu sogenannten Neuralrohr-Defekten beim Kind führen. Das Neuralrohr ist eine Struktur in der Embryonalentwicklung, die schon in der zweiten bis dritten Schwangerschaftswochen entsteht. Aus dieser Struktur entwickelt sich das zentrale und periphere Nervensystem des Kindes. „Das Neuralrohr verschließt sich bereits in der vierten Schwangerschaftswoche und damit zu einem Zeitpunkt, wo viele Frauen erst feststellen, dass sie schwanger sind. Daher wird die prophylaktische Einnahme von Folsäure im Vorfeld der Schwangerschaft empfohlen – für Frauen mit Kinderwunsch und für Frauen, die ungeplant schwanger werden können“, ergänzt der Gynäkologe. „Sie sollten mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft täglich 400 µg Nahrungsfolat über das Essen aufnehmen und zusätzlich 400 µg synthetische Folsäure ergänzend zuführen.“ Während der Schwangerschaft wird dann die tägliche Aufnahme von 600 µg Nahrungsfolat über die Ernährung empfohlen. Zur Prophylaxe von Missbildungen und für die Deckung des Mehrbedarfs sollten außerdem 400 µg Folsäure in synthetischer Form – mindestens in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft – ergänzt werden. Neben Neuralrohr-Defekten werden auch Herzfehler, Harnwegsdefekte sowie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalten auf Folsäure-Mangel während der Embryonalentwicklung zurückgeführt. „Durch eine Folsäure-Prophylaxe im Vorfeld der Schwangerschaft kann das Risiko für Neuralrohr-Defekte um etwa 70% gesenkt werden“, ergänzt der Vorsitzende des Landesverbandes der Frauenärzte in Hessen.

Frauen sollten ihre Kinderwunsch-Pläne am besten dem Gynäkologen mitteilen, damit dieser sie zur Nahrungsergänzung im Vorfeld der Schwangerschaft beraten kann. Weil auch während der Schwangerschaft eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein kann, aber bestimmte Dosierungen beachtet werden müssen, sollte auch für diesen Zeitraum die Nahrungsergänzung eng mit dem Arzt abgestimmt werden.

Mehr Informationen zu Folsäure-Einnahme rund um die Schwangerschaft finden Sie „Im Fokus“ von http://www.frauenaerzte-im-netz.de.

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