Frühere Studien bestätigen das krebsverursachende Potenzial von Chemotherapeutika


Der Mythos der Chemotherapie erschüttert: Giftige Medikamente verursachen mehr Krebs als sie verhüten
Von Ethan A. Huff Eine neue Studie, die von den National Institutes of Health (NIH) in den USA finanziert wurde, erschüttert den Mythos, dass Chemotherapie-Medikamente tatsächlich Krebs bekämpfen. Ganz im Gegenteil: Forscher der Harvard University und der University of Massachusetts Amherst (UMA) haben herausgefunden, dass diese klinisch eingesetzten Gifte in manchen Fällen Wachstum und Ausbreitung bestehender Tumorzellen zwar zunächst eindämmen, auf lange Sicht aber zu einer schweren Schädigung der Stammzellen führen, die weiteren Krebs verursacht.

Die Forscher, die ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten, hatten untersucht, wie sich Chemotherapeutika systematisch auf den Körper auswirken. Ihre Versuche führten sie an Fruchtfliegen durch. Laut einer Mitteilung über die Studie verabreichten sie Fruchtfliegen Chemotherapie-Medikamente in einer Dosierung, die proportional der beim Menschen angewendeten entsprach. Den verwendeten Drosophila-Fruchtfliegen war zuvor ein menschliches krebsverursachendes Gen eingeschleust worden, das in den Stammzellen im Darm der Fliegen aktiviert wurde.
Fruchtfliegen demonstrieren krebsverursachende Wirkung von Chemotherapie-Medikamenten bei Menschen

Es ist bekannt, dass Drosophilae perfekte Versuchstiere für diese Art von Experimenten sind, weil ihr Mikroumfeld sich zur Bewertung von Teilung, Differenzierung und Tod von Stammzellen durch äußere Einflüsse eignet. Bei Chemotherapie-Medikamenten ist Drosophila die optimale Gattung, weil anhand der ermittelten Daten hochgerechnet werden kann, wie menschliche Stammzellen auf die Vergiftung mit diesen Chemikalien reagieren.

Das Team hatte vom Nationalen Krebsinstitut der USA (NCI) eine Sammlung von 88 klinisch verwendeten Chemotherapie-Medikamenten und vom Institut für Chemie und Zellbiologie der Harvard University eine Sammlung von 6000 kleinen Molekülen erhalten, die zum Testen der Medikamente verwendet wurden. Dabei identifizierten die Forscher mehrere neue Verbindungen, darunter drei chinesische medizinische Extrakte, die in der Lage sind, Tumoren ohne schädliche Nebenwirkungen zu hemmen.

Gleichzeitig erwies sich, dass mindestens sieben der getesteten Chemotherapie-Medikamente, die alle zurzeit in der Schulmedizin im Einsatz sind, schwere Nebenwirkungen verursachten, darunter die übermäßige Proliferation von Stammzellen. Wie die Forscher beobachteten, führte die Einnahme dieser Medikamente dazu, dass von den Stammzellen kleine »Tumor«-Wucherungen ausgingen, die bei passender Umgebung und genetischem Hintergrund maligne werden könnten.

»Wir haben entdeckt, dass mehrere Chemotherapeutika, die schnell wachsende Tumoren stoppen, bei demselben Tier in Stammzellen den gegenteiligen Effekt zeigen, sodass sie sich zu schnell teilen«, erklärte Michele Markstein, Molekularbiologin an der UMA und Koautorin der neuen Studie. »Das war eine Überraschung, denn es zeigte, dass dasselbe Medikament gegensätzliche Wirkungen auf Zellen in demselben Tier haben konnte: in einer Zellpopulation die, das Tumorwachstum zu unterdrücken, und gleichzeitig in einer anderen die, es zu initiieren.«

Frühere Studien an Mäusen und Fliegen bestätigen das krebsverursachende Potenzial von Chemotherapeutika

Verwandte Studien, die vor dieser neuesten veröffentlicht wurden, kamen zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Es zeigte sich, dass das Chemotherapie-Medikament Doxorubicin im Mäuse- und Fliegenmodell eine Wucherung von Stammzellen auslöste, spezifisch durch die Aktivierung bestimmter genetischer Pfade, was zu einer schweren entzündlichen Antwort führte. Das Endergebnis dieser Entzündung war in vielen Fällen Krebs.

»Wir legen nahe, dass dieselben Nebenwirkungen bei Menschen auftreten können, angesichts unserer Ergebnisse, wonach es bei der Drosophila durch den evolutionär konservierten JAK-STAT-Signalweg (Januskinase, JAK, und Signal Transducers and Activators of Transcription, STAT-Proteine) ausgelöst wurde«, schrieben die Autoren der neuen PNAS-Studie in ihrer Schlussfolgerung. »Unmittelbar implizieren unsere Ergebnisse, dass die Ergänzung traditioneller Chemotherapeutika durch Entzündungshemmer Tumor-Rezidive reduzieren könnte.« Das Abstract der neuen Studie können Sie (in englischer Sprache) hier nachlesen.

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

PNAS.org

UMass.edu

EurekAlert.org

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