Diuretika und Betablocker erhöhen Diabetes Risiko


Die Konstellation ist häufig – ein Diabetes mellitus plus eine arterielle Hypertonie, oft noch in Kombination mit einer Dyslipidämie. Klar ist: Diese Patienten haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko und benötigen einen wirksamen medikamentösen Schutz. Doch andererseits können gerade einige der kardiovaskulär wirksamsten Medikamente, etwa die Statine, aber auch Diuretika und Betablocker, einen Diabetes fördern.

Was dieses Dilemma im Endeffekt für die medikamentöse Behandlung bedeutet, und was neue Leitlinien dazu sagen, diskutierten Experten bei einer Veranstaltung der AG Diabetes und Herz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) während der DDG-Jahrestagung in Berlin

Geändertes Therapieziel für Patienten mit Diabetes

Seit vergangenem Sommer gibt es neue europäische Leitlinien für die Behandlung der arteriellen Hypertonie. Besonders für Patienten mit Diabetes haben sich darin die Empfehlungen im Vergleich zu früher geändert. Daran erinnerte der Hypertonie-Experte Prof. Dr. Ulrich Kintscher vom Center for Cardiovascular Research (CCR) der Charité in Berlin.

Eine Lockerung gab es vor allem beim Blutdruck-Ziel für diese Patienten. Für sie gelten jetzt ähnliche Zielwerte wie für alle anderen. Anzustreben sind laut Leitlinie Werte unter 140/85 mmHg. Den kleinen Unterschied im diastolischen Ziel von 5 mmHg zum „normalen“ Hypertonie-Patienten, für den ein Ziel von 140/90 mmHg gilt, hält Kintscher für eher „akademisch“, wie er im Gespräch mit Medscape Deutschland sagte. „Wenn wir, auch beim Patienten mit Diabetes, Werte unter 140/90 mmHg erreichen, sind wir schon sehr gut.“

Die neue europäische Leitlinie wird es in wenigen Wochen auch in Deutsch geben. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hat sie gemeinsam mit der Deutschen Hochdruckliga (DHL) übertragen und bringt sie im Rahmen ihrer ESC Pocket Guidelines in kompakter praxisorientierter Version „für die Kitteltasche“ heraus.
Quelle medscapemedizin.de

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