Osteoporose und Knochenbrüche nicht nur beim Skifahren


Die Meldung in der FAZ – ‚Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich beim Skilanglauf in der Schweiz eine schwere Prellung und einen Bruch des Beckenrings zugezogen‘ – ist ein Anlass, einmal auf die zunehmende Häufigkeit von Knochenbrüchen beim Skilaufen, anderen Sportarten und selbst ohne Sport (z. B. Schenkelhalsbrüche) einzugehen. Das führt, wie man sehen wird, zu sehr grundlegenden und weitreichenden Konsequenzen und ungeahnten Perspektiven und Chancen für die Zukunft der ganzen Menschheit.

Früher gab es kaum Knochenbrüche, auch nicht beim Skifahren. In meiner ganzen Jugend und auch in meinem Studium (1950-1954), als ich Mitglied der Skilanglauf-Rennmannschaft der Universität Freiburg war, habe ich nie von einem Knochenbruch unter Skiläufern gleich welchen Alters erfahren, obwohl die Skibindungen bei Weiten nicht den heutigen hohen Sicherheitsstandard hatten, man statt heutiger Sturzhelme eine Wollmütze auf dem Kopf trug und wir schon damals schnell waren.

Einmal, beim Abfahrtstraining hinter der Todtnauer Hütte (Feldberg, Schwarzwald), stürzte ich heftig. Aber nicht mein Bein brach, sondern der Ski-Stiefel. Ich konnte gerade noch nach dem Ski hechten, der sich mit der Stiefelsohle, die noch in der Skibindung festsaß, Hang abwärts davonmachen wollte. An einem Fuß nur noch mit dem Oberteil des Stiefels bekleidet und auf der Socke durch den Schnee stapfend, kehrte ich zur Hütte zurück.

Da es erst Nachmittag war und ich auch meine Langlaufsachen dabei hatte (leichtere Kleidung, Stiefel, Skier und längere Skistöcke), machte ich mich nun auf den Weg durch die stillen Wälder Richtung Schauinsland (Distanz ca. 20 km). Darüber wurde es Nacht, und ab und zu blieb ich stehen, um in die Stille hineinzuhorchen. Auf einmal hörte ich schwache Hilferufe. Auf einer Lichtung fand ich den Erschöpften im Schnee sitzend. Er hatte sich am Nachmittag verlaufen. Ich brachte ihn zurück zum Hotel Haldenhof, wo er Gast war. Danach besuchte ich noch die Universitätshütte auf dem Schauinsland und lief dann zurück zur Todtnauer Hütte. Der Mann, ein Lehrer aus Freiburg, wäre in jener Nacht erfroren, denn es herrschten Temperaturen um minus 15 Grad Celsius.

eutzutage sind die Knochen der Leute nicht mehr das, was sie früher waren. Fortwährend bringen Hubschrauber aus den Skigebieten Verletzte in die Kliniken, welche sich auf Skiunfälle spezialisiert haben. Das, obwohl die Ski-Bindungen inzwischen einen hoch entwickelten Sicherheits-Mechanismus aufweisen und kaum noch jemand ohne Sturzhelm fährt.

Eine schleichende, unmerkliche Erkrankung höhlt die Knochen der Leute aus. Man nennt sie Osteoporose. Das innere Stützgerüst aus Knochenbälkchen wird schwächer, die Hohlräume werden immer größer, und auch die Knochenwand wird dünner. Dass Etwas nicht mehr in Ordnung ist, wird erst bemerkt, wenn Knochen sich verbiegen (Morbus Bechterew), Rückenwirbel einsinken oder Knochen schon bei geringer Belastung brechen. Das kann schon bei Kindern und Heranwachsenden der Fall sein und wird dann Osteogenesis imperfecta genannt (Glasknochenkrankheit).

Es ist eine Störung des Knochenstoffwechsels, die dahinter steckt, eine Verschiebung des Gleichgewichts zwischen dem täglichen Auf- und Abbau von Knochensubstanz, welches auch eine Rolle bei der Erhaltung des Säuren-Basen-Gleichgewichts spielt.

dr. georg schnitzler

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