Dr. Johanna Budwig und die Krebsheilung


Wenn man glaubt, dass die Ernährung nach Dr. Budwig nur für Krebskranke geeignet ist, hat sich geirrt. Es betrifft alles Zivilisationskrankheiten unserer Zeit. Dazu gehören ebenso Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Fettleibigkeit. Frau Dr. Johanna Budwig wurde am  30. 9.1908 in Essen an der Ruhr geboren und starb am 19.5.2003 im Alter von 94 Jahren in Freudenstadt. Sie studierte Pharmazie, Medizin und Chemie und promovierte in Chemie und Physik. Sie war approbierte Apothekerin und wurde schließlich Obergutachterin für Arzneimittel und Fette im Bundesinstitut für Fettforschung. Frau Dr. Budwig wurde mehrfach für den Nobelpreis nominiert und ist Autorin vieler Bücher und wissenschaftlicher Arbeiten. Siehe auch

Diät nach Dr. Budwig

In ihrer Arbeit „Zur Biologie der Fette“ bewies Frau Dr. Budwig bereits 1952, dass hoch ungesättigte Fettsäuren bei der Zellatmung eine wichtige Bedeutung haben. Sie sind der entscheidende Faktor, um die Atmung in geschädigten Zellen wieder anzuregen. Diesen Faktor hatte der bekannte Forscher und Nobelpreisträger Dr. Otto Warburg zeit seines Lebens immer gesucht. Frau Dr. Budwig fand heraus, dass diese hoch ungesättigten Fettsäuren – zusammen mit schwefelhaltigem Eiweiß – die Fähigkeit haben, die Sauerstoffaufnahme und –verwertung in kranken Körperzellen wieder anzuregen.

Dazu muß erklärt werden, dass Otto Warburg sich damals schon ausführlich mit der Zellatmung beschäftigt hatte. Er fand heraus, dass bei Krebszellen die Zellatmung sehr viel schwächer ist als bei gesunden Zellen. Er stellte damals die Hypothese auf, dass die mangelnde Sauerstoffversorgung der Zellen zu Stoffwechselveränderungen führe und einen Gärungsprozeß einleite. Statt Sauerstoff verbrauche die Zelle nun Zucker für ihre Energiegewinnung. Dies wiederum könnte zu einem aggressiven Wachstum der Zellen führen, eben zu einem Tumor.

Diese Warburg-Hypothese konnte nun – nach 80 Jahren – von einer Gruppe von Jenaer und Potsdamer Wissenschaftlern bewiesen werden. Sie führten den Nachweis, dass ein Tumor zu wachsen aufhört, wenn er vermehrt (für ihn schädlichen) Sauerstoff verbrauchen muß. Und der Biologe und Wissenschaftler Dr. Johannes Coy der Darmstädter R-Biopharma AG entdeckte kürzlich das Enzym TKTL 1, welches den Vergärungsstoffwechsel steuert. Dieser trägt entscheidend dazu bei, dass Krebszellen aggressiv werden, in andere Gewebe einwandern und Metastasen bilden. Durch eine glukose- und kohlehydratarme aber gleichzeitig öl- und proteinreiche Ernährung könnte somit, laut Coy, das Tumor(über)leben erschwert werden.

Im Zuge ihrer Fettforschungen bemerkte Frau Dr. Budwig, dass bei Krebspatienten ein im Verhältnis zu Gesunden deutlich erhöhter Anteil an gesättigten Fettsäuren vorhanden ist und dass die (lebens-) notwendigen ungesättigten Fettsäuren stark verringert sind. Daraus schloss sie, dass krebskranke Patienten unter einer Störung des Fettstoffwechsels leiden bzw. dass ein derartiges Missverhältnis von ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren die Krebskrankheit – neben vielen anderen Faktoren – erst ermöglicht.

Ungesättigte Fettsäuren haben eine große Bedeutung für den Körper. Sie dienen einerseits als Antioxidantien, da sie gegen die so genannten freien Radikale vorgehen und diese „entgiften“. Desweiteren ermöglichen sie als Baustoffe von Zellmembranen einen reibungslosen Stofftransport in die Zelle und wieder aus ihr heraus. Ihre Existenz verschafft u.a. den roten Blutkörperchen die Fähigkeit sich zu verformen und ihre Größe auch den allerfeinsten Blutgefäßen anzupassen. Dadurch gewährleisten die ungesättigten Fettsäuren eine optimale Sauerstoffversorgung im ganzen Körper.

Frau Dr. Budwig analysierte in ihrer Arbeit alle natürlich vorkommenden Fette und Öle auf ihre optimale Zusammensetzung hin und fand dann heraus, dass im Leinöl (Öl des Leinsamens) die allerhöchste Rate an ungesättigten Fettsäuren vorhanden ist. Diese so genannte Linolsäure trägt über 25 % hoch ungesättigte Fettsäuren in sich. Es gilt aber noch einen weiteren, sehr wichtigen Aspekt zu beachten: nämlich die chemische Form, in der die Linolsäure aufbereitet ist.

In der Margarine sind theoretisch auch große Mengen an Linolsäure vorhanden. Doch diese liegen in der „Trans-Form“ und nicht in der ursprünglichen „Cis-Form“ vor. Bei der Trans-Form liegen die Atome einander gegenüber und nicht parallel zueinander wie bei der Cis-Form (siehe Modell). Dieser kleine Unterschied steht natürlich nicht auf dem Deckel der Margarine oder auf anderen vorbehandelten Produkten. Das Problem dieser Trans-Form ist jedoch, dass sie keine Elektronen bzw. Photonen mehr aufnehmen können. Photonen, auch Lichtteilchen genannt, sind Bausteine elektromagnetischer Strahlung und lebensnotwendig für den menschlichen Körper. Sie sorgen dafür, dass wir „leben“ können, sie kontrollieren alle Lebensfunktionen, wie unseren pH-Spiegel, den Proteinaufbau, usw.

Es ist also sehr wichtig, die Linolsäure in ihrer ursprünglichen „Cis-Form“ zu sich zu nehmen, wenn sie ihren Zweck, die Zellatmung zu reaktivieren, erfüllen soll. Daher ist unbedingt zu kalt gepresstem, naturreinem Leinöl – am besten von Neuform oder durch Direktabfüllung einer Ölmühle – zu raten und dieses auch nicht länger als ein paar Wochen aufzubewahren. Es wird innerhalb von 3 Monaten nach Abfüllung meist ranzig und verliert seinen ansonsten nußigen, feinen Geschmack.

Bei der Ernährungstherapie von Johanna Budwig handelt es sich um eine Vollwertnahrung, eine Aufbaukost für Krebskranke. Sie ist nicht zu verwechseln mit einer „Diät“, die nur eine Schonkost darstellt. Es werden viele frische Gemüsesorten verwendet. Das Gemüse wird entweder gedämpft oder roh zubereitet. Dabei sollte reichlich Fett Verwendung finden (reines Leinöl oder das von Dr. Budwig erdachte „Oleolux“, eine Mischung aus Leinöl, Kokosfett, Zwiebeln und Knoblauch, die man sich leicht auf Vorrat herstellen kann), aber immer zusammen mit Eiweiß, d.h. Quark zu essen.

Diese Quark-Leinöl- Mischung ist der zentrale Schlüssel in der Kost nach Johanna Budwig. Der kranke Mensch braucht zur Genesung gute Fette – Fette, die leicht verbrennbar und leicht veratembar sind. Die Verbindung zu Eiweiß, sprich Quark ist hier essentiel, da der Quark die Fette wasserlöslich und bekömmlicher macht.

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5 Kommentare zu “Dr. Johanna Budwig und die Krebsheilung”

  1. ich freue mich, dass ich solch einen hilfreichen Beitrag im Allgemeinmediziners Blog finde. Frau Budwig sagt, dass alle krebskranken bei dem Erstgespräch sagten, sie seien müde und schnell energielos. In der heutigen zeit sind es die Personen kurz vor Burnout, die das sagen. ich stelle fest, dass die öl-Eiweiss-Kost allen Kranken und Gesunden helfen kann. Kindern auch. Mehr Infos auch unter: http://www.stoffwechselaktiv.wordpress.com

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