Lebenskraft durch Mäßigung


“Mäßigkeit, Genuss der freien und reinen Luft, Bäder und Leibesübung”

“Ganz anders bildete sich dieser Trieb bei den Griechen unter dem Einfluss einer reinen und schönen Natur aus”, schreibt Hufeland über die Gesundheitsweisheiten der alten Griechen weiter. Ihren Erkenntnissen zufolge sei es bereits wichtig gewesen, “dass Übungen des Leibes und der Seele immer im gleichen Verhältnis bleiben müssten”. “Mäßigkeit, Genuss der freien und reinen Luft, Bäder, vorzüglich das Reiben des Körpers sowie Leibesübungen” sollen nach den Lehren des Hippokrates das Leben verjüngen.

 

Hufeland führt einen weiteren altbekannten Faktor an, der einen jung erhalten soll: Die Anwesenheit von Kindern – oder, um es mit seinen Worten auszudrücken: Das Leben wird durch den Einfluss der „nahen Atmosphäre frischer aufblühender Jugend“ verjüngt und gesund erhalten.

Längere Lebenskraft durch Mäßigung

Die Hinweise und Anleitungen zur Verlängerung des Lebens, die Hufeland schließlich aus der Geschichte und aus seinen Untersuchungen herausgefunden hat, spiegeln auch seine Auffassung über das Leben und seinen Theorien über die Erhaltung und die Abschwächung vom Leben wieder und basieren zu einem gewissen Teil auf ihnen. Diese Hinweise und Anleitungen werden daher durch eine Betrachtung seiner Gedanken und Vorstellungen verständlicher.

Innerhalb seiner allgemeinen theoretischen Überlegungen kommt Hufeland zu dem Schluss, dass die Länge des Lebens hauptsächlich von der Lebenskraft abhängig ist. Er schreibt: “Unstreitig gehört die Lebenskraft unter die allgemeinsten, unbegreiflichsten und gewaltigsten Kräfte der Natur. Sie erfüllt, sie bewegt alles, sie ist höchst wahrscheinlich der Grundquell, aus dem alle übrigen Kräfte der physischen, vorzüglich organischen Welt fließen”.

Aufgrund seiner logischen Überlegungen und Beobachtungen formuliert Hufeland weitere Möglichkeiten, diese Lebenskraft zu fördern oder zu schwächen. Dabei kommt auch dem Faktor „Ruhe“ eine besondere Bedeutung bezüglich der Verlängerung der Lebenszeit zu.

„Eile mit Weile“ – ein verlängertes Leben

Die Geschwindigkeit und die Intensität des Lebens entscheiden maßgeblich über die Lebensdauer, so Hufeland. Wärme, gute Ernährung und Fürsorge sind zweifelsohne förderlich für den Menschen, doch solle man dabei beachten, dass zu viel Wärme, gute Ernährung und Fürsorge das Leben stark verkürzen können. Hufeland beschreibt: “Je weniger intensiv das Leben eines Wesens ist, desto länger dauert es. Man vermehre durch Wärme, Düngung und künstliche Mittel das Leben einer Pflanze, sie wird sich schneller und vollkommener entwickeln, aber auch sehr bald vergehen.”

Um gezielte Wege der Lebensverlängerung nachvollziehen zu können, untersuchte Hufeland das Leben vieler Menschen, die besonders lange lebten. “Wir werden daraus sehen, in welchem Klima, unter welchen Glücksumständen, in welchem Stand, mit welchen Geistes- und Körperanlagen der Mensch das höchste Alter erreicht habe.”

Nach einer Analyse der Lebensbedingungen unzähliger, auch historischer Persönlichkeiten, fiel Hufeland auf, dass “die außerordentlichsten Beispiele eines langen Lebens nur unter den Menschenklassen zu finden sind, die unter körperlicher Arbeit und in freier Luft ein einfaches und naturgemäßes Leben führen”. Aufgrund seiner Untersuchungen räumt er der Naturverbundenheit einen hohen Stellenwert ein.

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