Im Darm sitzt der Tod


Diesen Satz haben Sie sicher schon einmal gehört. Warum das so beschrieben wird, lesen Sie hier: Ihr Dünndarm besteht aus 3 Abschnitten: Der Zwölffingerdarm (Duodenum) ist der erste und kürzeste Teil und nimmt den Nahrungsbrei aus dem Magen auf. Der mittlere Teil nennt sich Leerdarm (Jejunum) und der letzte Abschnitt heißt Krummdarm (Ileum).

Er geht in den Dickdarm über und verantwortet die ständige Aufnahme der Nährstoffe – besonders Vitamin B12. Die Innenseite des Dünndarms ist mit winzigen, fingerartigen Fortsätzen (Mikrovilli) ausgekleidet und sieht damit wie ein dicker Teppich aus. Die Fortsätze vergrößern die Oberfläche um ein Vielfaches und verbessern dadurch die Verdauung und Nährstoffaufnahme. Von Beginn bis zum Ende kann die Passage durch den Dünndarm zwischen 30 Minuten und 6 Stunden dauern, je nachdem, was Sie gegessen haben.
Im Zwölffingerdarm wird der Nahrungsbrei vermischt und die Magensäure neutralisiert. Bereits in diesem ersten Abschnitt werden einige Nährstoffe, besonders Eisen und Folsäure, aufgenommen. Drei andere Organe geben ihre Verdauungssäfte in den Zwölffingerdarm ab. Ihre Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert Verdauungsenzyme, die Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate spalten können. Ihre Leber und Gallenblase steuern Galle bei, die der Fettverdauung dient.

Der Zwölffingerdarm kann nur kleine Nährstoffmengen aufnehmen. Ein Großteil der Verdauung und Nährstoffaufnahme findet im Leerdarm statt. Der letzte Abschnitt des Dünndarms, der so genannte Krummdarm, nimmt die verbliebenen Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei auf. Außer Vitamin B12 wurden bereits die meisten Vitamine und Nährstoffe absorbiert, bevor der Nahrungsbrei am letzten Teil des Krummdarms (terminales Ileum) ankommt. Dort werden Vitamin B12 und die restliche Galle absorbiert. Danach verlässt der ausgelaugte Nahrungsbrei den Dünndarm und tritt in den Dickdarm (Colon) über. Er enthält jetzt überwiegend unverdauliche Fasern und Wasser. Die Verdauung ist praktisch abgeschlossen, wobei die Bakterien im Dickdarm noch die letzten Stärkereste absorbieren und dem Nahrungsbrei Wasser entzogen wird – er wird eingedickt.

Während ein Überleben ohne Magen und Dickdarm möglich ist, brauchen wir den Dünndarm unbedingt für die Aufnahme der Nährstoffe. Wenn ein großer Teil des Dünndarms verloren geht, kann eine langfristige intravenöse Versorgung mit Nährstoffen für das Überleben notwendig werden.

Die Verdauung wird über Hormone reguliert
Verschiedene Hormone spielen eine wichtige Rolle beim Verdauungsvorgang. Zellen in Dünndarm undMagen schütten Gastrin, Sekretin und Cholecystokinin (CCK) aus. Gastrin sorgt für die Produktion der Magensäure. Sekretin stimuliert die Bauchspeicheldrüse zur Abgabe der Verdauungssäfte und zur Neutralisation der Magensäure. CCK beeinflusst sowohl das Wachstum der Bauchspeicheldrüse als auch deren Enzymproduktion.

Die normale Funktion des Dünndarms – Verdauung und Absorption der Nährstoffe – kann durch chronische Krankheiten gestört sein:

Crohn-Krankheit – Das ist die häufigste Form der entzündlichen Darmerkrankung und kann jeden Bereich des Verdauungstrakts betreffen. Im Dünndarm wird häufig der Krummdarm in Mitleidenschaft gezogen. Es entstehen Geschwüre, Narben und manchmal Perforationen der Darmwand sowie Blockaden. Die Crohn-Krankheit stört auch die Nährstoffaufnahme, sodass Gewichtsverlust und Erschöpfung daraus resultieren können.
Zöliakie – Menschen mit dieser Erkrankung reagieren allergisch auf ein Eiweiß namens Gluten, das in bestimmten Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste und Hafer vorkommt. Die Folge ist eine Entzündung der Darmschleimhaut, die die Absorption von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nahrungsbestandteilen verhindert, da die Mikrovilli verloren gehen.
Außerdem gibt es Operationen, die das Abnehmen forcieren sollen und einen Magen-Bypass schaffen, der auch den Dünndarm verkürzt. Dadurch kann die Aufnahme von Eisen, Kalzium, Folsäure und manchmal Vitamin B12 gestört sein, sodass Nahrungsergänzungsmittel notwendig werden. .

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