Das Strahlenrisiko Ihres Handys


Deutschland erschreckte 2005 die erste wissenschaftliche Studie die Bevölkerung und löste heftige Debatten in den Medien aus: Die Universität Wien wollte herausgefunden haben, dass die elektromagnetischen Felder, die bei der Handynutzung entstehen, das menschliche Erbgut schädigen. Es wurden Ergebnisse veröffentlicht, aus denen hervorging, dass Handystrahlen direkt am menschlichen Erbgut Defekte hervorrufen können. Eine zweite Studie von Anfang dieses Jahres, ebenfalls von dem Forscherteam in Wien erstellt, bestätigte diese Angaben.

Auch in Großbritannien und Schweden sind ähnliche Untersuchungen getätigt worden, allerdings mit unterschiedlichen Ergebnissen. Der schwedische Wissenschaftler sieht insbesondere in der Erwärmung des Gewebes im direkten Bereich des Handys ein Risiko für die Entwicklung von Tumoren. Sie werden auch alle schon mal ein heißes“ Ohr vom Telefonieren gehabt haben.

Inzwischen erwiesen: Forschungsbetrug in Wien
Zu Ihrer ersten Beruhigung: Die Studien aus Wien sind inzwischen zurückgezogen worden. Offiziell hat der Rektor der Universität sich distanziert und von einem schweren wissenschaftlichen Fehlverhalten gesprochen. Die Ergebnisse sind manipuliert worden. Um direkte Gendefekte hervorzurufen, müssen elektromagnetische Strahlen etwa um den Faktor 1.000.000 stärker sein als die von einem Handy erzeugten. Darin sind sich mittlerweile alle Experten einig. Untersuchungen bei Mäusen haben das inzwischen auch im Tiermodell bestätigt. Also: eine erste Entwarnung!

Aber: Eine letzte Unsicherheit bleibt
Gendefekte werden also nicht durch Handystrahlen ausgelöst. Und auch Hirntumoren treten nicht gehäuft durch Handynutzung auf. Trotzdem raten die Wissenschaftler zur Vorsicht beim Umgang mit dem Mobiltelefon. Die ausgesendeten elektromagnetischen Strahlen werden vom Körper aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Das ist ja an sich noch keine Krankheit.

Die Weltgesundheitsorganisation sieht aber einen bedenklichen Wert für das – theoretische – Entstehen von gesundheitlichen Schäden ab einer Gewebeerwärmung von mehr als 1 Grad C. Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Beweise für solche Schäden.

Ebenfalls nicht bewiesen ist der Zusammenhang von Kopfschmerzen oder Schlafstörungen und dem Gebrauch eines Mobiltelefons. Aber es gibt auch noch keine Langzeitstudien, die das Gegenteil, nämlich die Unbedenklichkeit, belegen würden. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, dass Kinder unter zwölf Jahren Handys nur im Ausnahmefall benutzen sollten. Kinder scheinen auf elektromagnetische Strahlung sensibler zu reagieren. Aber auch hier gibt es noch keine ausreichenden Untersuchungsergebnisse.

8 Tipps für den Alltag mit Ihrem Handy
Sowohl das Handy wie auch der Sendemast senden Strahlen aus. Je weiter ein Sendemast entfernt ist, desto weniger Strahlung wird Sie erreichen, aber umso mehr Leistung muss Ihr Handy erbringen, d. h. umso mehr strahlt Ihr Handy. In Deutschland gibt es Grenzwerte für die Strahlenbelastung bzw. die Wärmeleistung eines Handys, die Spezifischen Absorptionswerte“. Diese Grenzwerte werden noch nicht einmal von einem Handy erreicht, das mit maximaler Strahlenleistung arbeitet. Und dennoch sollten Sie umsichtig sein, denn es fehlen Langzeitergebnisse.

Es gibt einige einfache, im Alltag leicht zu beherzigende Regeln, wie Sie Ihre Strahlenbelastung reduzieren können:

Grundsätzlich empfiehlt es sich, wenig Körperkontakt zum Mobiltelefon zu haben. Also: kein eingeschaltetes Handy in der Hosen- oder Brusttasche, keine Gürteltaschen mit Mobiltelefon drin, kein Brustbeutel oder Ähnliches.

Gebrauchen Sie beim Telefonieren ein Headset. Damit halten Sie das Handy auf Abstand zum Körper. Es kommt nicht zur Wärmeentwicklung im Gewebe.

Telefonieren Sie so wenig wie möglich im Auto oder in einem fahrenden Zug. Hier muss Ihr Handy permanent die Verbindung halten und den Sendemasten immer wieder suchen. Das gelingt ihm oft nur, wenn es mit maximaler Leistung arbeitet, sprich, es wird auch maximale Strahlung ausgesandt. Das gilt auch für die sogenannten Handy-Waggons in Zügen, auch hier wird maximal gestrahlt.

Wenn Sie im Auto telefonieren müssen, nutzen Sie eine Freisprechanlage. Alles andere ist sowieso verboten. Empfehlenswert ist es, wenn Ihre Freisprechanlage im Auto eine Außenantenne hat.

Führen Sie das Handy erst zum Ohr, wenn die Verbindung aufgebaut ist. Das Handy arbeitet nämlich bei der Herstellung einer Verbindung mit einer besonders hohen Strahlenleistung.

Bei schlechtem Empfang sollten Sie gar nicht telefonieren. Auch hier muss sich Ihr Handy nämlich sehr anstrengen“ und strahlt mehr als normal.

Lassen Sie Ihr Handy nachts nicht angeschaltet neben dem Bett liegen. Auch im Stand-by-Modus versucht das Mobiltelefon nämlich mehrere Male pro Nacht Kontakt zu seinem“ Sendemast aufzunehmen. Somit sind Sie dann auch nachts einer Strahlung ausgesetzt, von der Sie gar nichts wissen.

Zum Schluss: je kürzer ein Telefonat, umso weniger Strahlenbelastung. Schicken Sie doch lieber ab und zu als eine SMS, hier strahlt nichts.

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