Krankheiten erkennen und heilen


Es gibt sehr viele Hinweise auf Krankheiten, die man an der Zunge des Patienten erkennen kann. Früher bei den alten Hausärzten musste man noch die Zunge zeigen. Heute wird der Patient kaum noch angeschaut. Der Mensch scheint Nebensache geworden zu sein, nur noch der Computer, in dem Daten gespeichert werden, ist interessant. Man wird gefragt, wo es fehlt (und das ist schon der Schlüssel zur Öffnung) und der moderne Arzt gibt die Symptome im PC ein und bekommt ein Mittel ausgewählt, das man dann auf Knopfdruck gleich als Rezept gedruckt bekommt. Bei den alten Hausärzten, die ihren Beruf noch als Berufung lebten ging es ganz anders. Der ganze Menschen wurde schon beim Begrüssen begutachtet. Der Händedruck, der Gang, die Haltung, geben ihm schon vorab einige Eindrücke des Zustandes vom Patienten.

Man musste vor der allgemeinen Untersuchung die Zunge zeigen, daraus kann so manches abgelesen werden. Wo es fehlt und was zu viel ist. Was heute die traditionelle Chinesische Medizin ist, machte früher der Hausarzt, doch das ist lange her…

Es gibt einen aktuellen Heimlehrgang mit CD
der viele Bilddarstellungen zeigt.

ZUNGENDIAGNOSE
der Traditionellen Chinesischen Medizin
Ein Skript von
SHOU ZHONG -Ausbildungszentrum Ost für Klassische Akupunktur und TCM e.V.
INHALTSVERZEICHNIS
3.1.1 Fehlender Zungenbelag
3.2 Dicke
3.3 Verteilung
3.4 Feuchtigkeitsgrad
3.5 Farbe
3.5.1 Der weiße Belag
3.5.2 Gelber Belag
3.5.3 Grauer Belag
3.5.4 Schwarzer Belag
3.5.5 Gemischte Belagsfarben
3.6 Der Zungenbelag bei akuten äußeren Erkrankungen
3.7 Der Zungenbelag bei den 8 Leitkriterien
Zusammenfassung
Kapitel 1

Zungenkörperfarbe
Dies ist der wichtigste Aspekt der Zungendiagnostik. Hier zeigen sich die grundlegenden energetischen Verhältnisse.
Die normale Farbe ist blaßrot mit einer sich spiegelnden Feuchtigkeit.
Die Rötung entsteht dadurch, das die Zunge ausreichend vom Blut genährt werden kann. Dabei wird sie vom Herzblut genährt. Hierfür ist jedoch auch die Fähigkeit der Milz Blut zu bilden notwendig, sowie ein ungestört fließendes Qi um das Blut zum Herzen zu transportieren.
In der Farbe zeigen sich Veränderungen der Energie der Zang-Fu und von Qi und Xue. Die Störung ist schon in die Tiefe eingedrungen. Handelt es sich um eine äußere Erkrankung, so ist nur der Zungenbelag oder ev. nur der Puls verändert.
Der Belag ändert sich also schnell, z.B. nach einer Behandlung mit Akupunktur oder Kräutern in 3-4 Stunden, so daß die Therapie am Tag ev. 3 mal unterschiedlich durchgeführt werden kann, also 3 verschiedene Rezepturen.
Die Zungen-Gestalt, also ihre Form und evtl vorhandene Risse, ändert sich am langsamsten. Die Farbe der Zunge zeigt die wahre Konstitution

1.1 Die blasse Zunge
Blaß heißt, keine spezifische Farbe (rot/blau), sondern eine helle, farblose Je blasser die Zunge, desto ernster die Erkrankung. Es gibt 2 Ursachen:
1. Xue xu
2. Yang xu (Yang kann das Xue nicht in die Zunge transportieren)
Bei Xue xu ist die Zunge auch trocken, bei Yang xu kommen noch andere Feuchtigkeitszeichen hinzu. (Ni- und Mi-Yang) Zunge ohne Leuchtkraft.
Kältezeichen und Feuchtigkeit

Die Milz kann die Energien nicht transportieren, die Akren nicht versorgen: Feuchtigkeit sammelt sich an, Verdauungsstörungen, Durchfall, Kälte.

1.1. DIE BLASSE ZUNGE
Achtung: Bei Milz-Yang mit Lungen-Yang-Schwäche kommen die Feuchtigkeiten nicht nach oben. Dann kann aus der Feuchtigkeit eine Trockenheit Werden
Auch bei Nieren-Yang und Lungen-Yang-Schwäche ist die Zunge möglicherweise trocken. V.a. bei jungen Leuten ist die Milz-Yang-Schwäche Zunge aber normalerweise feucht.
1.1.1 Blaß und trocken
Xue-Schwäche. Dabei sind Xue und Jin-Ye eng miteinander verbunden. Der Mangel an Xue macht die Zunge blaß und der Mangel an Körperflüssigkeiten trocken. Dabei sind die Jin-Ye nicht mit anderen stagnierenden und nicht transformierten Flüssigkeiten zu verwechseln.
Für Xue und Jin-Ye gilt:
wenn eines von beiden in Mangel ist, so zieht dies den Mangel des anderen nach sich.
Für die Entstehung der Körperflüssigkeiten ist das Lungen-Qi, das Milz-Yang und das Nieren-Yang notwendig.
Daraus folgt: nur durch die blaß-trockene oder blaß-feuchte Zunge kann nicht die Yang- von der Xue-Schwäche unterschieden werden.
Der Einzelgänger führt Verrat im Schilde!
Es müssen die anderen klinischen Zeichen hinzugezogen werden. Allgemein gilt, daß die YangSchwäche mit trockener Zunge ernster ist als eine Yang-Schwäche mit feuchter Zunge.

Die Xue-Schwäche tritt oft bei Frauen nach der Mens auf. Dann ist zu beobachten, ob die Zunge im Zyklus wieder feucht wird. Sonst ist dies ein Zeichen, daß die Mens zu stark für die Frau ist.
Frauen eher Xue xu, Männer eher Qi xu, Dicke eher Qi xu, Dünne eher Xue xu.

Die Xue-Schwäche kann weiter unterteilt werden:
Herz-Xue xu – v.a. Spitze trocken
Leber-Xue xu – v.a. Rand trocken
Herz/Milz-Xue xu – v.a. Zentrum und Spitze trocken.
Einige nennen auch eine Milz-Xue xu. Achtung mit der Terminologie.

1.1.2 Blaß und naß
Blaß und naß heißt, das Flüssigkeit auf der Zungenoberfläche zu sehen ist. Das zeigt Milz-Yang Schwäche. Dabei können die Flüssigkeiten nicht mehr richtig transportiert und transformiert werden. Oft paradox: nasse Zunge und trockene Lippen. Gleichzeitig kann die Milz das Xue nicht nach oben steigen lassen. Außerdem: blaßes Gesicht, Blähungen, Durchfall, ev. Odeme, kalte Extremitäten, Müdigkeit, Depression, vielfach auch verstärkte Blutungen, ev. chronischer Ausfluß. Ursache kann falsche Ernährung sein: zuviel Rohkost, Brot, Salat.
Ursache Nieren-Yang-Schwäche: dann ist die Zunge zusätzlich geschwollen, also blaß und feucht und geschwollen.
Wird das Milz-Yang lange durch kalte Ernährung oder viel Denken und Grübeln überlastet, so muß das Nieren-Yang die Milz nähren; jedoch wird es durch die geschwächte Milz nicht in den nachgeburtlichen Energien ergänzt und erschöpft sich auch. Daher gilt eigentlich immer, das man Nieren-Yang und Milz-Yang gemeinsam stärken muß!
Das Nieren-Yang ist die Wurzel des Yang aber gleichzeitig kontrolliert das Milz-Yang das Nieren-Yang

ZUNGENKÖRPERFARBE

Yang. (Ko-Zyklus). Eine andere Arbeitsweise ist natürlich, daß das Milz-Yang das Blasen-Yin kontrolliert.( Le den Magen, Gb die Mi).
Bei Mi-Yang-Schwäche wird also das Yin der Blase nicht kontrolliert, es kann dadurch das Yang des Wassers bedrängen. Ist das Yang des Wassers geschwächt, entstehen Ödeme und Kälte. Auch die Zunge zeigt diese Ansammlung des Wassers: blaß, naß und geschwollen. Ist die Zunge dünn, so ist das Nieren-Yang noch nicht angegriffen.
Ebenso zeigen die Zahnmarken die Milz-Yang-Schwäche.

1.1.3 Blaß, strahlend und belagslos
Die blaße Zunge hat keinen Belag. Sie sieht aus wie rohes Hühnerfleisch. Dies zeigt eine langandauernde Schwäche von Milz und Magen, von Qi und Xue. Die Belagsfreiheit beginnt in der Regel in der Mitte der Zunge und breitet sich von dort aus.
Dies gibt es z.B. bei MS und Muskelatrophie. Bei MS ist die Zunge auch eher spitz. So kann eine spitze Zunge (mit aller Vorsicht!) die erhöhte Bereitschaft für MS andeuten.
1.2 Die rote Zunge
Die rote Zunge zeigt immer Hitze. Entweder Fülle- oder Leere-Hitze. Nach den 4 Schichten gilt für pathogene eingedrungene Hitze:
Wei fen : Ist die Zungenspitze rot, so ist die Hitze in der Wei-Schicht
Qi fen: Die Zunge ist an Spitze und Seiten rot
Ying und Xue fen: Die ganze Zunge ist rot, ev. mit roten Flecken. Diese Hitze kann sowohl von Außen als auch von Innen kommen.
Leere Hitze: rot ohne Belag
Fülle Hitze: rot mit Belag
1.2.1 rote Spitze
Herz Hitze. Desto dunkler, desto ernster ist die Erkrankung.
Oder auch: Eingedrungene Hitze die noch an der Oberfläche ist. Dann ist der Belag vermehrt. Also
Zang-Fu Syndrom oder pathogener Faktor.
Loderndes Herzfeuer: Palpitationen, Durst, Zahnfleisch und Zungengeschwüre, psychisch rastlos bis psychotisch, erregt, Schlafstörungen, rotes Gesicht, dunkler Urin.
Die Hitze des Herzes kann über den Dünndarm in die Blase geleitet werden.
Die Herz-Hitze ist natürlich genau von der Lungen-Hitze abzugrenzen.
1.2.2 rote Ränder
Sind die Seiten röter als der Körper und ev. außerdem geschwollen, so handelt es sich um LeberYang oder Leber-Feuer. Ursache ebenfalls meist emotionale Störungen. Leber Qi Stau! Die gescbwollenen Ränder sind von den geschwollenen Seiten, chronische Milz-Yang oder Qi-Schwäche, abzugrenzen. Die emotionalen Störungen von Herz und Leber unterscheiden sich. Während die Leber auch ein chronisches Problem anzeigen kann, so zeigt die Hitze des Herzens, daß da etwas ist, was jetzt passiert und eine aktuelle Lösung braucht; z.B. gestern verletzt worden und die Nacht dann nicht geschlafen.
1.2.3 rotes Zentrum
Hitze im Magen mit brennendem Gefühl im Epigastrium, Durst, Obstipation, Zahnfleischbluten, etc. Ist das Zentrum purpurn, so zeigt sich damit eine Stagnation des Blutes im Magen. Dies ist ernster! Mit starkem Schmerz im Epigastrium, Bluterbrechen. Der Xue-Stase-Schmerz ist ein fixierter Schmerz.
Rotes Zentrum mit Belagsdeflzit zeigt eine Magen-Yin Schwäche. Mit trockenem Mund, brennenden Lippen, Durst mit dem Wusch nach warmen Getränken, Trinken in kleinen Schlucken. Ursache ist unregelmäßiges Essen, zu spät in der Nacht essen, hastiges Essen oder Grübeln beim Essen. Da der Magen die Quelle der Flüssigkeiten des Körpers ist, entstehen oft andere Trockenheitszeichen bis hin zur Nieren-Yin Schwäche. Dabei ist dann die ganze Zunge rot und ohne Belag. Achtung: dieses Syndrom der Leere Hitze des Magens kann bis zum Magen-Carzinom führen.
1.2.4 rote Zungenwurzel
Eine rote Zungenwurzel tritt eigentlich nicht auf, da eine Nieren-Yin-Schwäche mit Erschöpfung der Körperflüssigkeiten eine allgemeine Erschöpfung der Körperflüssigkeiten bedeutet und dann die Zunge insgesammt rot und ohne Belag ist. Die rötere Zungenwurzel mit Belagsdeflziten, welche oft inselartig mit scharfer Abgrenzung sind, zeigen eine schwere Nieren-Yin Schwäche, durch Akupunktur schwer zu behandeln. Die Lebensumstände müssen meist verändert werden und chinesische Pharmakologie ist hier wirksamer! Die Nieren-Yin Schwäche aufzubauen ist der langsamste Prozeß in der TCM. Bei der Nieren-Yin Schwäche kommt es oft zu sexueller Gier, Onanierzwang und zwanghaften sexuellen Wünschen. Dies sind Zeichen dafür, daß das Yang das Yin überwältigt und verbraucht.
1.2.5 rot und feucht
Hitze und Feuchtigkeit. Die Hitze im Inneren kann leicht zusammen mit Flüssigkeitsstagnation auftreten, z.B. bei Leber-Feuer und Milz-Qi Schwäche. Dabei ist die Flüssigkeitsstagnation meist die Ursache für die Stagnation der Leber-Energie, die dann zum Leber-Feuer führen kann.
Es kann aber auch eine Zeichen von Yang-Schwäche mit falscher Hitze sein. Dabei trennen sich Yin und Yang und das völlig erschöpfte Yang wird nach außen gedrängt. Dies ist ein äußerst lebensbedrohliches Stadium. Der Patient ist mit Sicherheit nur auf Hausbesuchen oder im Krankenhaus zu finden.
Oder: bei nur leichter Feuchtigkeit und roter Zunge ist die Hitze erst kurze Zeit im Körper und hat die Flüssigkeiten noch nicht angegriffen. Dies ist natürlich eine sehr aussichtsreiche therapeutisch Situation.

1.2.6 rot und trocken
Rot, trocken und dicker gelber Belag: Hitze Fülle im Inneren.
Rot, trocken und kein Belag: Yin Schwäche und Erschöpfung der Jin-Ye. Also Leere-Hitze.
Als weitere Verschlechterung der Yin-Schwäche kann es zur Hühnerfleischzunge kommen: rot, trocken, kein Belag und regelrecht glänzend. Ursachen sind beispielsweise Antibiotika, Alkohol und Nikotin über etliche Jahre. Diese Zunge ist auch bei alten Leuten zu sehen. Im Alter ist oft das Yin stärker erschöpft als das Yang. Wenn die Nieren-Energie aufgebraucht ist, tendieren die Leute zu Yin-oder Yang-Schwäche, obwohl eigentlich immer beides geschwächt ist. Stärkt man dann einen Teil der Nieren Energie, so entstehen oft Mangelsymptome des anderen Teils.
1.2.7 rote Punkte auf der Zunge
Rote Punkte werden unterschieden durch:
– Größe
– Farbe
– Lokalisation
Die Klassiker sagen, das die roten Papillen dadurch zustande kommen, daß das Feuer des Tor des Lebens – Ming men – nach oben steigt zur Oberfläche der Zunge und die Papillen rot färbt. Gibt es irgendwo eine Hitze-Fülle, nicht nur in der Niere, so kann sie die Papillen färben. So gibt es rote, weiße, purpurne und schwarze. Man findet sie meist auf der roten Zunge, aber auch auf blaßen und purpurnen.
Am häufigsten treten die roten Punkte auf. Sie zeigen Hitze im Xue und/oder Xue-Stase. Je größer der Fleck, desto schwerwiegender die Störung.
rote Zunge mit roten Punkten

Dies zeigt immer Hitze im Xue (Xue fen). Die Lage der Punkte auf der Zunge zeigt in welchem Organ.

Auf der Spitze: Herzfeuer, v . a. von emotionalen Problemen. Der Patient ist ängstlich und unruhig, der Puls ist voll und schnell.
Am Rand: Leberfeuer oder aufsteigendes Leber-Yang. Links Leber-Hitze und rechts Gallenblasen-Hitze. An Alkohol denken!
Auf der Wurzel mit gelben Zungenbelag: Hitze in der Blase oder den Därmen, also im Unteren Erwärmer. Bei Frauen auch an den Uterus oder die Eierstöcke denken. Dabei kann die alleinige Zungendiagnose nicht das genaue Organ bestimmen, aber sehr gut zwischen einer infektiösen der nicht infektiösen Entzündung. Das hilft einem bei nicht infektiösen Uterusentzündungen mit gutem Gewissen eine Antibiotika-Therapie abzulehnen.

rote Punkte mit roten Flecken Die Flecken sind größer als die Punkte. Sie zeigen eine stärkere Hitze an, vor allem wenn sie dunkelrot oder gar schwarz sind.

Auf der Spitze: Schwere Xue-Hitze und Stase im Xue des Herzens.
An den Seiten: Leber/Gallenblase-Xue-Hitze und Stase. Es könne Magen- und Uterusblutungen mit dunklen Klumpen als Zeichen der Stase entstehen. Dies kann bis zum Uterus-Myom oder Carzinom führen.
Auf der Wurzel: Stase und Hitze im Unteren Jiao: Blase, Därme, etc. Es kann dunkles und klumpiges Blut in Stuhl und Urin auftauchen.

rote Punkte bei äußeren pathogenen Faktoren
Im frischen Stadium nach den ersten Stunden des Eindringens kann die Zunge noch völlig normal aussehen und der pathogene Faktor, also der beginnende Infekt ist erst am Puls zu erkennen. Dann zu therapieren ist am günstigsten. Der Faktor kann komplett ausgeleitet werden und der Infekt ist vorbei.
Ansonsten gilt, daß die roten Flecken die Intensität und die Lokalisation der Infektion anzeigen. Insgesamt handelt es sich um Wind-Hitze.
Für die Lokalisation gilt einerseits die Einteilung in die 3 Erwärmer, andererseits, daß die Außenseiten für die Körperoberfläche – Meridiane, Haut, Muskeln – und das Zentrum für die Zang-Fu steht. Der Bereich des Oberen Erwärmers auf der Zunge steht mit der Lunge auch für die oberflächliche Lokalisation der Erkrankung. Dünner weißer Belag im OE z.B. zeigt, daß Wind- Kälte in den OE eingedrungen ist. Es kann aber auch zeigen, daß ein pathogener Faktor in die Körperoberfläche – Wei-Fen – eingedrungen ist.
Die roten Punkte der eingedrungenen Hitze können auf einer roten wie auf einer blaßen Zunge auftreten, je nach dem, welche Grundkonstitution der Patient hat. Kann die Hitze nicht ausgeleitet werden, so dringt sie tiefer ein und die Zunge wird sich rot färben.

rote Punkte auf der Spitze
Wind-Hitze oder äußere Hitze ist in den OE oder die Oberfläche eingedrungenen. Es kann aber auch ein Zeichen innerer Hitze der Lunge, bzw. eines chronischen Zustandes sein.

rote Punkte an den Seiten
Äußere Hitze oder Wind-Hitze , nicht ausschließlich im OE. Beginnen diese Punkte sich in die Mitte ausbreiten, so zeigt sich hiermit das Eindringen in die Tiefe, zu den Organen.

rote Punkte rechts oder links vom Zentrum
Damit zeigt sich Hitze die zwischen Oberfläche und Tiefe liegt. Dies entspricht einem ShaoYang Syndrom. Bitterer Mundgeschmack, Schüttelfrost, Erbrechen, verschwommenes Sehen, Bauchschmerzen, trockener Hals. Oft zu sehen bei den Infektionskrankheiten der Kinder. Windpocken, Masern, Grippe etc..

blaß-rote oder weiße Punkte
Blaß-rote Punkte sieht man v.a. im Zentrum der Zunge bei leichter Magenhitze auf Grund von Magen-Qi und Milz-Qi Schwäche.
Weiße Punkte zeigen Kälte an. Um die Mitte zeigen sie Kälte im Magen an.

rote Punkte mit Stacheln
Dies sind geschwollene Papillen welche hochstehen. Diese findet man fast ausschließlich auf der roten Zunge. Unabhängig von der Zungenfarbe zeigt dies Hitze im OE. Dabei kann die Hitze von MingMen zur Lunge aufgestiegen sein. Die Form der Papillen wird jedoch von der Lunge kontrolliert, zeigt also Lungen-Hitze an. Klinisch muß jedoch auch Magen-Hitze mit berücksichtigt werden.
Im OF zeigen sie v.a. Hitze in der Lunge, weiter im Zentrum kann die Hitze auch im Magen sein. Bei Hitze im Magen gibt es meist auch einen Längsriß im ME.

1.2.8 Die rote Zunge ohne Belag
Sie sieht aus wie Hühnchenfleisch. Ist das Magen-Qi schwach, so kann kein Belag mehr gebildet werden. Ist die Zunge gänzlich ohne Belag, so liegt eine massive Schwäche des Nieren-Yin mit Mangel-Hitze vor. Der Magen ist die Quelle der Feuchtigkeit. Er ist also an einer massiven YinSchwäche beteiligt. Der Belagsmangel zeigt die Magen-Yin Schwäche, die Rötung die Nieren-Yin Schwäche.
1.2.9 Die dunkelrote Zunge
Die dunkelrote Zunge zeigt eine ernstere Hitze an.
Dunkelrot mit trockenem Zentrum und Belag zeigt eine Fülle-Hitze der Ying oder Xue Schicht an. Sie liegt im Magen. Die Trockenheit kommt dadurch zustande, daß die Hitze die Flüssikeiten verbrannt hat. Ursache: energetisch heiße Ernährung oder Alkohol.
Dunkelrot mit trockenem Zentrum ohne Belag zeigt Hitze durch Magen-Yin und Nieren-Yin Schwäche. Die Trockenheit entsteht durch die Erschöpfung der Säfte.
Also beide Male entsteht die Trockenheit durch Hitze, einmal durch Fülle-Hitze einmal durch Leere-Hitze.
1.3 Die purpurne Zunge
Sie zeigt immer Xue Stase. Dabei handelt es in der Regel um einen langanhaltenden Verlauf/Störung.
Die Zunge kann mehr ins Blaue oder mehr ins Rote gehen. Die mehr blaue Zunge zeigt Xue- Stase mit Kälte, die mehr rote Zunge Xue-Stase mit Hitze.
1.3.1 Die rot-purpurne Zunge
Die rot-purpurne Zunge ist meist trocken. Sie zeigt Hitze tief in der Ying und Xue Ebene mit Xue-Stase und Verlust der Körperflüssigkeiten. Also eine extreme Hitze der Organe. Treten auch noch Risse auf, so ist die Trockenheit/Yin-Schwäche noch massiver. Das Blut wir dabei durch die Hitze immer mehr eingedickt und kann nicht mehr zirkulieren. Gleichzeitig wird das Qi verletzt und kann das Xue auch nicht mehr bewegen. Achtung: Gefahr von Herzinfarkt, Apoplex etc.
rot-purpurne Zungenspitze: Hitze und Stase im Herzen. Angina pectoris und Herzinfarkt!
rot-purpurne Ränder: Hitze und Xue-Stase der Leber. Ursache ist meist ein Leber-Qi-Stau.
dunkelrot-purpur: Dies ist eine weitere Verschlechterung der Hitze. Dabei unterscheidet man feucht und trocken:
trocken: Bluthitze und Xue-Stase, meist in Herz oder Leber.
feucht: dabei die Hitze nur in der Ying Ebene, die Flüssigkeiten werden nicht so stark angegriffen wie auf der Xue Ebene.
rot-purpur mit vergrößerter Zunge Dies zeigt Hitze und Xue-Stase in Herz und Leber (z.B. bei Alkoholabusus über lange Zeit). Dabei kann die extreme Hitze und Stagnation des Herzens das Xue in der Zunge anschwellen lassen. Weitere Symptome sind der bittere Mundgeschmack, rotes Gesicht, Durst, Obstipation, dunkler Urin. Puls: voll, schnell, oberflächlich.
1.3.2 Die bläulich-purpurne Zunge
Sie entsteht aus einer blassen Zunge und zeigt Kälte-Stase des Xue. Ursache kann zuviel Rohkost oder feucht-kaltes Klima sein. Es liegt dann eine schwere Yang-Schwäche vor: Frösteln, kalte Glieder, blaue Lippen, Bauchschmerzen, ungeformter Stuhl, klarer Urin, Schwitzen, Impotenz.
Es wird differenziert nach Lage der Verfärbung:
Auf der Spitze: Kälte und Xue Stase des Herzens bei langanhaltender Yang Schwäche des Herzens. Das Yang kann das Xue nicht mehr bewegen. Frösteln, kalte Hände, blaue Lippen, fixierter starker Schmerz in der Brust. der in Rücken und Arm ausstrahlen kann. Spontanes Schwitzen und Palpitationen.
Im vorderen Teil der Zunge: Kälte und Xue-Stase in der Milz. Also mit langanhaltender Yang-Schwäche der Milz. Wässrige Stühle, Bauchschmerzen, die durch Druck und Wärme besser werden, Appetitlosigkeit etc.
Auf der Zungenwurzel: Kälte und Xue-Stase in der Niere bei schwerer Nieren-Yang Schwäche. Dies ist oft eine Folge der Milz-Yang Schwäche. Mit Ödemen, wässerigem Stuhl, viel klarem Urin, Rückenschmerzen etc.
bläulich-purpurn und feucht
Dabei läßt die extreme Yang-Schwäche alles erstarren, auch die Xue-Zirkulation.

blau ohne Belag
Dies ist ein Zeichen großer Gefahr: Hier ist durch die Yang-Schwäche und Xue-Stase das Xue und Qi Kollabiert. Yang und Yin sind völlig erschöpft. Die Symptome können sehr verschieden sein, jedoch stets mit massiver Kälte, dünnem Stuhl, klarem Urin und Rückenschmerzen.

blau im Zentrum mit schlüpfrigem und fettigem Belag
Kälte in Milz und Magen.

blaue Zunge während der Schwangerschaft
Größte unmittelbare Lebensgefahr für den Fetus!
Es gibt Lehrer die sagen: ist die Zunge blau und das Gesicht rot, stirbt das Kind, ist das Gesicht blau und die Zunge rot, die Mutter.
Bei blauer Zunge muß unbedingt Qi und Xue gewärmt werden.

1.4 Die Zungenbodenvenen
Gestaut aber nicht dunkel: Qi Mangel und Stagnation.
Gestaut und dunkel: Xue-Stase. Diese Stase kann in jedem Körperbereich liegen, vor allem jedoch in Herz und Lunge, also im oberen Erwärmer.
Ist nur eine Vene gestaut so ist die Stase auch nur in einer Seite des Körpers.
Zeigen die Venen eine Stagnation an, aber die Zungenoberfläche ist unauffällig, also weder rot noch blau, so ist die Stagnation nicht ernst, bzw. besteht erst seit sehr kurzer Zeit und mit großer Sicherheit im OE. Es ist also ein frühes Zeichen einer Stagnation.
Kapitel 2
Die Zungenkörpergestalt
Nach der Zungenkörperfarbe ist dies die zweitwichtigste Untersuchung der Zunge. Zur Gestalt gehören:
Kontur
Konsistenz
Zeichnung der Zungenstruktur
Beweglichkeit
Die normale Zunge ist nicht zu dünn und nicht geschwollen, weich und geschmeidig ohne schlapp zu sein, zur Spitze hin schmaler, an der Oberfläche ohne Risse, sie ist ruhig ohne zu zittern, weder steif noch unbeweglich.
2.1 Die dünne Zunge
Da die Körperflüssigkeiten den Zungenkörper bilden/nähren, zeigt sie eine Yin, Xue oder Jin-Ye Schwäche.
Die klinische Bedeutung zeigt sich in der Zungenfarbe:
– Dünn und blaß: Xue Schwäche
– Dünn und rot: Yin Schwäche.
2.2 Die geschwollene Zunge
Sie ist breiter und größer als normal. Sie kann im Extremfall die ganze Mundhöhle ausfüllen. Die normale Dicke zeigt sich in der normalen Fülle an Qi und Xue. Die zu dicke Zunge zeigt ein Übermaß an Flüssigkeiten. Dabei kann entweder das Qi die Flüssigkeiten nicht transportieren und transformieren, oder Hitze treibt die Flüssigkeiten nach oben zur Zunge.
2.2.1 blaß und naß und geschwollen
Dies zeigt eine Yang Schwäche vor allem von Niere und Milz. Dies ist der häufigste Typ der geschwollenen Zunge. Dabei können die Flüssigkeiten nicht transportiert und transformiert werden.
2.2.2 geschwollen und normale Farbe
Dies zeigt feuchte Hitze in Milz und Magen. Dabei ist auch die Milz-Qi Schwäche eine Ursache.
Sympt.: Völle im Abdomen, Durst aber nicht trinken, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, dünner Stuhl, brennen am Anus, wenig gelber Urin, schlüpfriger Zungenbelag.
2.2.3 frisch-rot und geschwollen
Hitze in Herz und Magen. Die Hitze geht vom Magen aus auf das Herz über. Dies kann bis zu auffiammendem Herzfeuer mit Koma führen (Fiebererkrankungen – Meningitis).
Sympt.: Palpitationen, Wunsch nach kalten Getränken. Erbrechen, Unruhe, rotes Gesicht, trockener Hals.
2.2.4 purpur und geschwollen
Bei Alkoholikern mit Stagnation von feuchter Hitze.
2.2.5 dunkel-bläulich-purpurn und geschwollen
Eine Vergiftung, die zur Xue Stase führt.
2.2.6 Die teilweise geschwollene Zunge
Sowohl Mangel als auch Exzeß kann eine Schwellung verursachen.
Mangel: Qi-Mangel
Exzeß: Qi-Stagnation.
Ist die Zunge insgesamt blaß, so ist ein Mangel die Ursache, ist sie rot oder purpur ein Exess.
Die Lokalisation kann unterschiedlich sein:
geschwollene Ecken
Dabei ist die Zunge blaß oder normal. Dies zeigt Milz-Qi oder Yang-Mangel. Bei Yang-Mangel sind die Ecken auch naß; ev. mit Querrissen an den Ecken welche auf eine langanhaltende Milz-Yang Schwäche zeigen.
geschwollene Seiten
Eine Zunge mit geschwollenen Seiten ist normalerweise rot oder purpurn. Dies zeigt aufsteigendes Leber-Yang oder Leber-Feuer. Sie ist rot oder, wenn auch noch Blutstasen auftreten, purpur. Sympt.: Schwindel, verschwommenes Sehen, irritierbar, trockener Mund, Verstopfung, dunkler gelber Urin, bitter Mundgeschmack.
geschwollene Spitze
Dies ist ein Herzproblem. Ist die Zungenfarbe ansonsten rot oder dunkelrot, so zeigt dies aufflanimendes Herzfeuer. Die Zungenspitze ist dabei röter als die übrige Zunge. Ist die Zungenfarbe normal, so zeigt dies Herz Qi Schwäche. Sympt.: Kurzatmigkeit, Palpitationen, Mund- oder LippenUlcus, blaßes Gesicht.
Schwellung zwischen Zentrum und Spitze
Es gibt 2 Typen: Die ganze Zunge ist geschwollen und dieser Bereich noch mehr, oder nur dieser Bereich ist geschwollen. Dabei kann die Zunge blaß oder normal gefärbt sein. Dieses Bild zeigt Lungen-Qi Schwäche mit Feuchtigkeit und Schleimansammlung in der Lunge. Dies sieht man v.a. bei langanhaltenden Lungen und Milz Erkrankungen. Dabei gilt der Satz: Die Milz ist die Ouelle des Schleims, die Lunge ihr Behälter. Sympt: schwerbeschreibbares, unwohles Gefühl in der Brust, Enge in der Brust, ev. feuchten Husten, wenig Appetit, kurzatmig, lethargisch.
Schwellung neben einem Mittelriß
Dabei hat die Zunge einen Längsriß oder Längsvertiefung, die durch ME und OE reicht. Zu beiden Seiten liegt eine Schwellung. Die Zunge ist rot oder normal. Rot zeigt Herzfeuer, normale Färbung
Herz-Qi Schwäche. Ursache dafür ist oft ein Schock.
eine Hälfte geschwollen und wölbt sich zur anderen Seite
Auf der geschwollenen Seite sind Qi und Xue in den Leitbahnen und Muskeln erschöpft, aber noch nicht in den Zang-Fu. Betroffen sind vor allem Magen- und Milz Leitbahn. Möglich ist auch eine Schwäche der Leitbahnen nach einer Fiebererkrankungen. Beides sind leichte Fälle von Atrophie, aber nur der Leitbahnen, nicht der Organe. Dabei kann eine Schwäche in der Seite, z.B. im Bein auftreten, oder ein Taubheitsgefühl. Schwäche in den Meridianen sollte über Yang-Ming behandelt werden, um Qi und Xue zu stärken.
hochgelegene Schwellung einer Seite der Zunge
Dies Zeigt Qi-Schwäche oder Qi-Stagnation in diesem Bereich. Dabei zeigt eine rote Zunge Stagnation und eine blasse Zunge Schwäche. Dies tritt meist im OE auf, also in der Brust. Dabei überwiegt die blaße normale Zunge, also die Qi-Schwäche mit Feuchtigkeitsansammlung. Rot kann Q i und/oder Xue Ansammlung in diesem Körperbereich zeigen. Ursache sind meist emotionale Probleme.
eine Seite geschwollen und wölbt sich nicht zur anderen
Dies zeigt eine Lungen Qi Schwäche. Da die Lunge sozusagen 2 Organe, in jeder Seite eines, hat, kann diese Asymmetrie auftreten.
Die Hammerzunge
Diese zeigt eine sehr lange und schwere Qi-Schwäche von Milz und Magen. Ursache sind oft schlechte, unregelmäßige, späte Ernährung oder sexuelle Überaktivität. Die Nährenergien sind sehr schlecht und die Behandlung langwierig.
2.3 Die steife Zunge
Sie hat ihre Beweglichkeit und Biegsamkeit verloren, und kann nicht mehr frei bewegt werden. Es gibt verschiedene Ursachen:
Akute Erkrankungen mit Hitze, hohem Fieber und Delirium. Dabei ist das Perikard von der Hitze angegriffen. Es kommt zu verworrener Sprache und Bewußtseinsstörungen, da der Sitz des Shen, das Herz, angegriffen wird.
Bei chronischen Erkrankungen mit trockener dunkelroter Zunge hat große Hitze die Körperflüssigkeiten verletzt. Auch die Sehnen, Muskeln und Leitbahnen sind geschädigt, da nicht ausreichend versorgt. Daher sind auch oft Glieder oder Muskeln steif und unbeweglich.
Ist der ZK rot mit noch röterer Spitze zeigt sich emporflammendes Herzfeuer, daß die Flüssigkeiten der Zunge eintrocknet. Sympt.: Durst, Unruhe, irritierbar, Herzklopfen, Geschwüre im Mund, rotes Gesicht.
Generell gilt, ist die Zunge steif und rot, so liegt eine extreme Hitze-Fülle in einzelnen oder allen Organen vor.
Ist die Steife Zunge normal oder blaß, so liegt innerer Wind vor, z.B. bei Schlaganfall. Dabei ist dann innerer Leberwind einer der verursachenden Faktoren. Es kommen in der Regel noch weitere dazu. Diese steife Zunge kann auch ein Vorbote eines Schlaganfalls sein, besonders in Zusammenhang mit verwaschener Sprache und Taubheit vor allem in den ersten drei Fingern.
2.4 Die schlaffe Zunge
Sie kann ebenfalls nicht frei bewegt werden. Sie hängt aus dem Mund heraus und ist schwer wieder hineinzunehmen. In ernsten Fälle ist sie regelrecht verschrumpelt, mit Rillen an der Oberfläche. Bei allen ihren Formen ist die schlaffe Zunge von den Körperflüssigkeiten nicht genügend ernährt und verliert so ihre Beweglichkeit.
2.4.1 blaß und schlaff
Herz-Qi und Milz-Qi Schwäche und Xue XII. Hauptursache ist dabei die Milz, die Blut bildet und Flüssigkeiten bewegt. Sie verletzt dann das Herz mit. Diese Schwäche kann sich auf die Muskulatur allgemein ausdehnen und zu schlaffen Lähmungen und Atrophie führen. Sympt.: Palpitationen, Unruhe, schlaffe Glieder, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, dünner Stuhl.
2.4.2 rot und schlaff
Hitze hat die Körperflüssigkeiten angegriffen. Ob Fülle- oder Leere- Hitze sieht man am Zungenbelag. Diese Verletzung von Jin-Ye und Xue kann ebenfalls zu Muskelatrophie und schlaffen Lähmungen oder der Unfähigkeit zu gehen führen.
rot und schlaff mit Belag
Diese Zunge zeigt: Fülle-Hitze greift die Flüssigkeiten an. Dies gibt es in Lunge, Herz, Leber oder Magen. Am häufigsten ist die Lunge betroffen. Dabei werden die Flüssigkeiten der Lunge angegriffen und die Fähigkeit der Lunge Flüssigkeiten zu bewegen. Ist Hitze in die Lunge eingedrungen und wird nicht rechtzeitig behandelt, so dringt sie weiter in die Tiefe ein. Dabei verliert die Lunge dann auch die Fähigkeit Flüssigkeit nach unten zu schicken. Sympt.: trockener Husten oder eitrig gelbes Sputum Nasenbluten, trockener Hals, trockener Mund, Fieber, Unruhe, schneller, voller wogender Puls.
2.4.3 schlaff, starr und trocken
Stau von innerer Fülle-Hitze in Leber oder Herz, wie z.B. bei Schlaganfall infolge inneren Leber- Windes oder Feuer greift das Herz an und läßt das Herz-Feuer auflodern. Wegen der Hitze ist die Zunge trocken und wegen des Windes steif.
2.4.4 schlaff, tief, rot und lang
Der Patient ist im Delirium oder lacht unkontrolliert. Dabei ist Schleim-Feuer im Herzen und blockiert die Herzöffnungen.
2.4.5 schlaff und taub
Q i Schwäche des Herzens.
2.4.6 schlaff und kann nicht zurückgezogen werden
Ernster Kollaps des Herz Qi.
2.5 Die lange Zunge
Sie ist verschmählert, aber normal dick. Sie kann sehr weit herausgestreckt werden, so das die Wurzel gut zu sehen ist. Sie zeigt generell Hitze, ist also auch rot. Es ist meist Herz-Hitze , so daß sie eine Tendenz zu Herzerkrankungen im chinesischen, aber nicht im schulmedizinischem Sinne zeigt.
lang, rot mit geschwollener noch röterer Spitze
Schleim und Feuer im Herzen. Die Zunge kann sich dabei schlangenartig ausdehnen und zurückziehen. Sympt: unkontrolliertes Lachen, unsinnige Sprache, rotes Gesicht, trockener Mund, Durst, Aphten im Mund, dunkelgelber Urin.
2.6 Die kurze Zunge
Sie kann nicht richtig herausgestreckt werden.
Kälte führt zur Unbeweglichkeit der Muskeln.
Hitze greift die Flüssigkeiten an. Es gibt 4 Typen:
2.6.1 blaß und kurz
Q i- und Yang-Mangel führen zu innerer Kälte, so daß sich die Muskeln zusammenziehen und nicht richtig bewegt werden können. Der Milz-Yang Mangel steht nicht mehr am Anfang.
2.6.2 rot und kurz
Extreme innere Hitze reizt die Leber und innerer Wind entsteht. Dieser Wind führt zu kontraktionen. Dies kann sowohl nach einem Schlaganfall auftreten, als auch ein Warnzeichen für den Schlaganfall sein.
2.6.3 tiefrot, kurz, trocken und ohne Belag
Extreme Hitze greift die Körperflüssigkeiten au, so daß die Zunge nicht genährt werden kann. Dabei ist die Hitze in der Leber.
2.6.4 geschwollen und kurz
Ansammlung von Schleim und Feuchtigkeit in den Sehnen und Muskeln, so daß die Zunge sich nicht bewegen kann. Dabei sind Milz und/oder Lunge betroffen. Die Milz ist die Quelle des 51/2hleims, die Lunge ihr Behälter
2.7 Die abweichende Zunge
Äußerer Wind kann in die Meridiane des Gesichts eindringen und z.B. Fascialisparesen verursachen. Innerer Wind hat ganz unterschiedliche Qualitäten und gehört zu verschiedenen Organen. In der Regel wird er durch Nieren-Yin Schwäche und aufsteigendes Leber-Yang verursacht. Er kann aber auch Leber-Blut Schwäche oder extreme Hitze verursacht werden. Symptome von innerem Wind sind: Tremor, Tic’s, Spasmen, Schwindel, Taubheit, Apoplex mit Bewußtlosigkeit etc.
Die abweichende Zunge tritt in der Regel zusammen mit einem asymetrischen Gesicht auf. Generell zeigt sie Wind an.
Innerer Wind kann auch in einzelnen Meridianen sein: Unfähigkeit ein Glied zu bewegen, Taubheit.
Eine abweichende Zunge mit purpur-rotem Zungenkörper zeigt Leber-Wind
Ein blaßer Zungenkörper: Schlaganfall
Ein Abweichen mit Fascialisparese zeigt (meist eingedrungenen) Wind in den Meridianen an.
Eine andere Ursache für die Abweichende Zunge ist eine ernste Herz-Qi Schwäche oder Herz-Blut Schwäche. Dabei wird die Zunge nicht mehr ausreichend mit Qi oder Blut versorgt. Der Zungen- muskel erschlafft und die Zunge kann seitlich abweichen, wenn sie herausgestreckt wird.
2.8 Die taube Zunge
Sie wird durch eine Schwäche von Ying-Qi und Xue verursacht. Es ist also eine nicht ausreichend genährte Zunge.
Ist die Zunge dabei nur zeitweilig taub und schlaff, so spricht dies mehr für eine Herz-Blut Schwäche.
Ist die Zunge taub und tritt außerdem Schwindel und verschwommenes Sehen auf, so zeigt dies Bewegung des inneren Leberwindes.
Ist der Zungenbelag außerdem schlüpfrig, die Mundwinkel taub und der Speichel in Fülle, so zeigt dies Wind-Schleim.
2.9 Die sich bewegende Zunge
Die sich bewegende Zunge meint nicht ein feinschlägiges vibrieren, sondern ein langsames Hin – und Herwandern der Zunge von einem Mundwinkel zum anderen. Sie kann ev. nur wenig herausgestreckt werden. Dies zeigt inneren Leber-Wind. Sie tritt zum Beispiel nach cerebro-vasculären Insulten auf.
ist sie außerdem tief rot und trocken, so handelt es sich um Leber-Wind mit Herz-Feuer.
ist sie rot und geschwollen und an den Seiten trocken, so ist dies Leber-Wind mit Milz-Hitze.
2.10 Die zitternde Zunge
Die sich feinschlägig und schnell bewegende, also zitternde Zunge, kann verschiedene Ursachen haben:
ist sie blaß oder blaßrot, so ist dies Qi- und Xue-Mangel, in der Regel von Milz-Yang Schwäche begleitet.
ist sie rot und trocken: extreme innere Hitze die inneren Wind erzeugt.
tiefrot und schlaff heraushängend, so ist es toxische Leber-Hitze.
zitternd mit Aphasie zeigt Kollaps von Herz-Qi und Milz-Qi.
zitternd, blaß und schlaff: Yang-Kollaps nach profusem schwitzen. Dabei sind Sehnen und Meridiane ohne Nahrung durch das Yang-Qi und ohne Befeuchtung durch die Körperflüssigkeiten. ah3>2.11 Die gerollte Zunge
Sie zeigt immer Hitze.
mit nach obeii gerollter Spitze: Fülle-Hitze
mit nach unten gerollter Spitze: Leere-Hitze
2.12 Zahnmarken
Milz-Qi Schwäche. Die Zunge ist dabei in der Regel blaß oder normal.
2.13 Die ulcerierte Zunge
schmerzhaft, geschwollen, rote Ulcera mit rotem Rand auf der Oberfläche zeigen hochflammendes Herz-Feuer.
Ulcera mit weißen Rändern zeigen Herz-Hitze auf Grund von Nieren-Schwäche.
Ulcera unter der Zunge: Extreme Hitze von Milz und Niere haben die Körperflüssigkeiten erschöpft.
2.14 Die Zungenrisse
Ein Riß ist deutlich von Linien auf einer verschrumpelten Zunge abzugrenzen. Hauptursache ist die Yin Schwäche.
lange horizontale Risse
Sie zeigen Yin-Schwäche und treten meist auf roten und belagslosen Zungen auf. Auf normalen Zungen zeigen sie eine leichtere Yin-Schwäche an. Auf der roten Zunge geht die Yin-Schwäche von der Niere aus, bei der normalen Zunge von Lunge und Milz.
kurze horizontale Risse
Diese treten auf der roten, belagsfreien Zunge auf und zeigen Leere-Hitze bei Yin-Schwäche.
Risse wie Eisschollen
Meist bei alten Leuten durch altersbedingte Yin-Schwäche. Ist die Zunge normal gefärbt, so besteht keine klinische Bedeutung. Ist sie rot, so zeigt sie Leere-Hitze mit Nachtschweiß sowie Gelenks- schmerzen, da durch den Flüssigkeitsmangel die Sehnen und Meridiane nicht ausreichend ernährt werden. Diese Zunge findet man z.B. bei Frauen mit Menopausenproblemen.
unregelmäßige Risse
Unregelmäßige Risse zeigen Magen-Yin Schwäche. Der Magen ist der Ursprung der Flüssigkeiten im Körper. Daher kann er ein Ursprung des Yin-Mangels sein.
Querrisse an der Seite
Bei normaler Zungenfarbe zeigen sie eine langanhaltende Milz-Qi Schwäche. Sind die Seiten außerdem feucht und schaumig, so zeigt dies eine Milz-Yang Schwäche.
Längsrisse im Zentrum
Sie zeigen Magen-Yin Schwäche auf einer normalen Zunge mit normalem Belag. Dabei ist die Niere noch nicht betroffen. Ist im Riß ein schlüpfrig gelber Belag, so liegt Schleim-Feuer im Magen vor. Der Patient hat dann Heißhunger mit anschließendem Völlegefühl, einen trockenen Mund, Durst, trinkt nur kleine Schlucke, Zahnfleischbluten Übelkeit bis hin zum Bluterbrechen.
Langer Längsriß
Reicht der Riß bis zur Spitze, so gehört er zum Herzen. Die stärke der Störung richtet sich nach Länge, Tiefe und Zungenkörperfarbe:
normale Farbe zeigt nur Schwäche des Herzens, ohne das eine Erkrankung vorliegen muß, besonders wenn auch der Herzpuls nur etwas schwächer als die anderen ist und die Pulse ansonsten normal sind.
rot mit röterer Spitze zeigt Herzfeuer mit in der Regel konstitutioneller Schwäche des Herzens. Ursache sind oft tiefgreifende emotionale Probleme. Eventuell ist die Spitze geschwollen mit roten Punkten.
Kleine Querrisse im Lungenbereich
Zeigen alte Schäden der Lunge durch TBC, Pneumonie etc., oft aus der frühsten Kindheit. Dies führt zu einer Neigung zur Yin-Schwäche.
Zentraler Riß mit Querrissen
Ist der ZK tiefrot und ohne Belag, so zeigt er eine Hitze auf Grund extremer Nieren-Yin Schwäche (wie z.B. bei Nierensteinen). Ursache können Störungen im Eßverhalten, Überarbeitung und tiefgreifende emotionale Probleme sein.
Kapitel 3
Der Zungenbelag
Der Zungenbelag entsteht durch hochdampfendes Magen-Qi. Im Prozeß der Verdauung, dem Verotten und Reifen des Speisebreis im Magen, steigt ein Teil dieser Flüssigkeiten hoch und bildet den Zungenbelag.
So ist der Belag also ein physiologischer Bestandteil der Zunge und zeigt vor allem die Konstitution des Magens und auch der Milz.
Aber auch die Niere ist an der Bildung des Belags beteiligt. Denn sie verdampft die Flüssigkeiten und schickt sie nach oben. Daher ist das totale Fehlen des Belages nicht nur ein Zeichen voii Magen- und Milz-Schwäche, sondern auch von Niereschwäche.
Der physiologische Zungenbelag ist dünn, weiß und leicht feucht. Schon im Shang Han Lun steht:
Der Belag sollte so dünn sein, daß man noch die Zungenkörperfarbe sehen kann so wie man die Erde zwischen dem frisch sprießenden Gras sehen kann.
Der Belag sollte an der Spitze am dünnsten sein und an der Wurzel am dicksten, da im unteren Erwärmer auch der Speisebrei am dicksten und trübsten ist. Auch im Magenbereich sollte der Belag leicht dicker sein.
Besonders wichtig ist der Belag, um zwischen Fülle- und Leere-Hitze zu unterscheiden und um die Schwere eines pathogenen Faktors zu bestimmen.
Der Belag zeigt den Zustand der Körperflüssigkeiten Jin-Ye.
In den folgenden fünf Abschnitten wird der Zungenbelag unterschieden nach:
Verwurzeltheit
Dicke
Verteilung
Feuchtigkeit
Farbe
Schlüpfrigkeit
Struktur
wobei Schlüpfrigkeit und Struktur im jeweiligen Zusammenhang behandelt werden

3.1 Verwurzeltheit
Der Belag sollte verwurzelt sein wie das Gras auf der Erde. Also nicht wegwischbar!
Der wurzellose Belag sieht aus wie aufgesetzt. Er kann dick oder dünn sein. In schweren Fällen sieht er aus wie Schnee oder Puder, welcher auf der Zunge liegt. Generell kann er leicht abgewischt werden.
Die Ursache liegt in Magen, Milz und Niere. Kann der Magen den Speisebrei nicht reifen lassen, kann die Milz nicht die Essenzen aus der Nahrung ziehen und die Nieren nicht die Flüssigkeiten nach oben dampfen, so wird kein neuer Belag gebildet. Es liegt der alte Belag auf der Zunge. Der frische Belag bildet sich immer von unten nach oben. Kommt kein neuer Belag nach, so wird der alte wurzellos. Dies zeigt gleichzeitig, daß ein wurzelloser Belag immer leicht in eine belaglose Zunge übergehen kann, bzw. wie eine Vorstufe dazu ist. Ein fehlender Belag ist also ein erusteres Zeichen als der wurzellose Belag.
Dicker oder dünner wurzeloser Belag zeigt immer eine Störung von Magen, Milz und Niere. Es ist ein Leere-Syndrom.
Ist der Belag nur vor dem Frühstück wurzellos, so liegt eine milde Schwäche des Magen-Qi vor.
Wurzelloser Belag kann durch Nieren-Yin oder Yang stärkende Kräuter entstehen.
Antibiotika können den Belag entwurzeln.
Im frühen oder mittleren Stadium von äußeren Erkrankungen ist ein dicker Belag mit Wurzel ein ernsteres Zeichen als ein Belag ohne Wurzeln. Im späteren Stadium einer Erkrankung ist dann der wurzellose Belag ein schlechtes Zeichen. Dann ist die Körperenergie erschöpft. Die Therapie sollte sich dann darauf konzentrieren, die Energie zu stärken und das Ausleiten der pathogenen Faktoren steht im Hintergrund.
3.1.1 Fehlender Zungenbelag
Im Verlauf einer Erkrankung ist die Veränderung im Zungenbelag ein wichtiges Zeichen um Verbesserung und Prognose abzuschätzen. So ist das Verschwinden des Belages ein schlechtes, ernstes Zeichen, während das Wiederauftreten eine entscheidende Verbesserung bedeutet.
Plötzliches Verschwinden zeigt eine Erschöpfung des Magen-Yin an und eine Verschlechterung der Situation. Besonders das plötzliche Verschwinden ist ein schlechtes Zeichen. Dann sollte das Magen und Nieren-Yin schnell und kräftig gestärkt werden ( mit Kräutern!!).
Ist im Verlauf einer Behandlung der Belag verschwunden und tritt dann wieder auf, so kann dies für eine Verbesserung sprechen oder für pathogene innere Hitze. Dies wird unterschieden durch das Auftreten. Plötzliches Auftreten spricht für pathogene Hitze, langsames für die Wiederherstellung des Yin.
3.2 Dicke
Dicker Belag weist immer auf einen pathogene Faktor und so auf eine Fülle. Je dicker desto stärker ist der pathogene Faktor:
Nahrungsretention
Feuchtigkeit
Schleim
Kälte oder feuchte Kälte
Wind-Hitze oder Wind-Kälte
Sommerhitze
Ein dünner Belag zeigt einen schwachen pathogenen Faktor oder ein frühes Stadium (Tai-Yang).
Eine dünner pathogener Belag ist ev. von einem normalen nicht zu unterscheiden. Dann muß der Puls weiterhelfen.
Daher ist die Veränderung der Dicke ein Zeichen für die Entwicklung der Erkrankung. Nimmt die Dicke ab, so wird also der pathogene Faktor verdrängt, das heißt er nimmt ab oder wird in die äußeren Schichten gedrängt und die Prognose ist gut.
Bei dickem Belag sollte also ausgleitet werden!
Wird der Belag dicker, so dringt der Faktor tiefer ein oder wird stärker. Bei akuten Erkrankungen kann dies sehr schnell geschehen. Bei chronischen Erkrankungen heißt dies, daß die innere Konstitution dem Pathogen nicht gewachsen ist und die Körperkräfte erschöpft sind. Dann sollten patbogene Faktoren und Konstitution gleichzeitig behandelt werden. Also ausleiten und Qi stärken gleichzeitig.
Veränderung von dick zu dünn zeigt generell eine Verbesserung, außer im Falle einer plötzlichen Veränderung. Wird der Belag plötzlich dünner und die Zunge ist abgeschählt und wie ein Spiegel, so ist es Magen-Qi Kollaps. Dies ist prognostisch ein schlechtes Zeichen und sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Wird der Belag dünner, die Zunge schält sich ab und tofuartige Flecken sind über die Zunge verstreut, so ist das Magen-Qi kollabiert und die Magensäfte erschöpft.
3.3 Verteilung
Die Beurteilung ist bei inneren und äußeren Erkrankungen unterschiedlich.
Bei äußeren Erkrankungen zeigt die Lokalisation des Belages, wie tief der pathogene Faktor eingedrungenen ist. Im ersten Stadium ist der Belag mehr an den Rändern oder im oberen Drittel. Zieht er dann in die Mitte und wird gelb, so zeigt dies, daß der Faktor von der Oberfläche ins Innere eingedrungen ist. Dabei bleibt der Belag im äußeren Bereich bestehen. Diese Veränderung kann bei akuten Erkrankungen an einem Tag oder wenigen Stunden auftreten.
Bei Inneren Erkrankungen zeigt die Lokalisation des Belages in welchem Organ die Störung liegt. Dabei kann ein Teil oder die ganze Zunge belegt sein.
Ist der Belag auf der linken Seite, so ist die Erkrankung im Organ, speziell in der Leber. Dabei ist er oft schlüpfrig.
Auf der rechten Seite ist er halb innen und halb außen, er zeigt ein Shao-Yang Syndrom. Der Belag ist dabei weiß und schlüpfrig.
Ist er auf der rechten Seite und dick, gelb und schlüpfrig, so zeigt er eher eine Ansammlung von feuchter Hitze in der Gallenblase, als ein Shao-Yang Syndrom.
Ein dünner wäßriger Belag direkt hinter der Spitze, also im Lungenbereich, zeigt Ansammlung von Kälte in der Lunge.
Ein im Zentrum dicker Belag deutet auf Stagnation im Magen.
Dicker Belag im UE zeigt Ansammlung im Darm.
Ist er schlüpfrig und gelb, zeigt er eine Ansammlung von feuchter Hitze in Blase und/oder Darm und/oder Uterus.
Der Belag im UE kann also nicht eindeutig zugeordnet werden.
3.4 Feuchtigkeitsgrad
Die normale Feuchtigkeit des Belages zeigt eine normale Zirkulation der Jin-Ye. Bei Trockenheit sind die Jin-Ye geschwächt. Entweder durch Hitze-Fülle oder Yin-Schwäche. Ist der Belag zu feucht, so liegt eine Stagnation der Säfte vor. Durch Kälte-Blockaden bei äußerer Kälte oder Yang-Schwäche mit innerer Kälte.
Der trockene Belag
Er kann durch Hitze-Fülle von Magen, Lunge oder Leber auftreten. Dabei ist seine Farbe gelb.
Bei äußerer Wind-Hitze ist er dünn und gelb
Bei Nieren-Yin Mangel ist die Zunge eher wie abgeschält
Bei Magen-Yin-Schwäche ist er wurzellos
Auch bei ernster Yang-Schwäche kann die Fähigkeit fehlen, die Flüssigkeit zur Zunge zu transportieren, so daß diese trocken wird. Der Mund ist dann ebenfalls trocken, der Kranke hat aber keinen oder geringen Durst, trinkt schluckweise warmes Wasser. Der fehlende Durst grenzt Hitze gegenüber der Fülle ab.
Der nasse Belag
Yang-Schwäche mit Retention von Feuchtigkeit. Dabei ist der Belag weißlich.
Bei äußerer Wind-Kälte ist der Belag weiß und dünn. Die Zunge ist naß, weil die Lunge durch Wind und Kälte blockiert wird und die Flüssigkeit nicht mehr bewegen kann.
Tritt selten auch bei Yin-Schwäche auf, wenn eine äußere Hitze schnell ins Innere eingedrungen ist, Bluthitze verursacht, das Yin nach oben verdampft wird und oben in der Zunge einen nassen Belag bildet. Dies ist natürlich selten.
Ist der Belag schlüpfrig und naß und wie Öl, so zeigt dies, das die Yang-Schwäche die Flüssigkeiten hat stagnieren lassen, so daß Schleim entstanden ist.

Der modrige oder fettige Belag
Der modrige Belag ist dick und fleckig und krümelig wie Hüttenkäse. Er kann abgekratzt werden ist also wurzellos. Dieser Belag zeigt Magen-Hitze. Die Hitze im Magen erzeugt die trüben Flüssigkeiten, die dann zur Zunge aufsteigen. Dies tritt fast immer in Zusammenhang mit Yin-Schwäche des Magens auf. Die Yin-Schwäche macht dabei den Belag wurzellos, die Hitze gelb und moderig. Oft gibt es dann Eiterherde oder Abszesse im Körper.
Magen-Ulcera machen einen gelben modrigen Belag.
Lungenabzesse einen weißen modrigen Belag.
Hepatitis kann einen grauen modrigen Belag machen. Die Zungenfarbe ist dann purpurn.
Der fettige Belag ist im Zentrum dicker, aber etwas rauher als der schlüpfrige Belag. Er kann nicht abgewischt werden. Die Zunge hat viele Papillen, die alle mit dem fettigen Belag bedeckt sind, so das die Zunge rauh erscheint. Dieser Belag zeigt, daß das Qi nicht in der Lage ist, die Flüssigkeiten zu transformieren so daß sich Feuchtigkeit und Schleim ansammeln. Hierbei können Schleim-Hitze feuchter Schleim, feuchte Hitze, feuchte Kälte etc. auftreten.
Der schmierige und der fettige Belag sind sich klinisch oft sehr ähnlich. Der schlüpfrige ist jedoch öliger und glänzender. Die Papillen sind nicht sichtbar. Dagegen ist der fettige Belag rauher und klebriger, die Papillen sind vermehrt. Der schlüpfrige Belag zeigt eher Schleim, der fettige eher Feuchtigkeit. Beide können jedoch beides anzeigen.
Der Unterschied zwischen modrig und fettig nach den 8 Leitkriterien ist, das der modrige Belag Hitze-Fülle zeigt und der Fettige Yang-Schwäche. Der modrige ist wurzellos, der fettige verwurzelt.

3.5 Farbe
An der Farbe des Belages kann man die Tiefe und Lokalisation des pathogenen Faktors erkennen.
Sie zeigt auch die Stärke der Körperenergie. Nach den 8 Leitkriterien hilft sie Innen von Außen
Fülle von Leere, Hitze von Kälte zu unterschieden.
Der Belag zeigt mehr den Zustand der Yang- als der Yin-Organe. Die Farbe zeigt eher Hitze oder Kälte. Daher beschreibt die Farbe des Belages auch mehr die Yang-Organe und ist für die YinOrgane von untergeordneter Bedeutung. Für die Yin-Organe ist stattdessein die Zungenkörperfarbe mehr von Bedeutung.
Bei akuten Erkrankungen ist die Zungenbelagsfarbe mehr von Bedeutung, bei chronischen mehr die Zungenkörperfarbe. Der Belag ist kurzfristiger, die Zungenkörperfarbe ist eher langfristig.
Beispiel: Jemand mit Yang-Schwäche und blasser Zunge hat etwas verdorbenes gegessen und bekommt davon einen dicken klebrigen Belag als Zeichen der feuchten Hitze in den Därmen. Dann wird man sicher nicht sagen ,,Aha, die Yang Schwäche ist seine Grundkonstitution, wir packen die Erkrankung an der Wurzel.”, sondern man wird sich nach dem Belag richten und die feuchte Hitze ausleiten. Also erst den pathogenen Faktor angehen, obwohl dies für seine Konstitution nicht gut ist, da beim Ausleiten von feuchter Hitze auch immer Qi mit verloren geht.
Die Änderung der Belagsfarbe zeigt die Entwicklung der Erkrankung. So ist der Umschlag von weiß nach gelb die Entwicklung von Kälte zu Hitze. Gleichzeitig kann es die Entwicklung von Außen nach Innen sein. Die Färbung nach grau und schwarz zeigt das weitere Eindringen in die Tiefe. Anders herum zeigt die Entwicklung entsprechend das Abnehmen des pathogenen Faktors. Die Belagsfarbe entscheidet jedoch nicht allein oder definitiv darüber, wie tief der Faktor eingedrungen ist.

3.5.1 Der weiße Belag
Der dünne weiße Belag ist normal. Was beurteilt werden muß ist beim weißen Belag die Dicke oder die Feuchte. Manchesmal, wie beim dünnen, weißen, leicht feuchtem Belag bei eingedrungener Wind-Feuchtigkeit, ist die Unterscheidung zum normalen Belag kaum möglich.
1.Kälte

Als erstes zeugt der weiße Belag Kälte. Dies kann Fülle oder Leere Kälte sein, innen oder außen. (Natürlich gibt es auch seltene Ausnahmen, wo auch bei Hitze der Belag weiß sein kann. Sagt Maciocia).

2.Außen

Bei von außen eingedrungenen Erkrankungen zeigt der weiße Belag, daß die Erkrankung noch an der Oberfläche ist. Dringt er in die Tiefe ein, wir er gelb. Natürlich gibt es auch Ausnahmen mit inneren Erkrankungen und weißem Belag.

3.Lunge / Dickdarm Erkrankungen

Weiß spricht auch für Erkrankungen von Lunge und Dickdarm.

Weißer Belag auf einer steifen Zunge spricht für Äußere Erkrankungen von Lunge und Dickdarm.
Auf einer schlaffen Zunge für eine Leere dieser Organe.
Weiß und trocken für eine Yin-Leere des Dickdarm mit Feuer oder Lungen- Yin-Leere mit Hitze.
Weißer Belag allein genügt nicht um diese Krankheitsbilder zu diagnostizieren. Die Klinischen Symptome müssen dazu kommen.

weiß und dünn
Der physiologische Belag ist weiß und dünn. Wenn er etwas feuchter ist, spricht dies für Wind-Kälte, feuchte Kälte etc. Da dieser Belag aber in der Regel nicht vom normalen Belag zu unterscheiden ist, zeigt er, bei entsprechenden Symptomen einer äußeren Erkrankung, daß sich die Krankheit noch an der Oberfläche befindet. Also eine wichtige Differenzierung für die Therapie.
weiß, dünn und schlüpfrig
Er soll wie Reissuppe aussehen. Ursache ist äußere Kälte und Feuchtigkeit. Nach der Vorstellung der 4 Schichten zeigt er eine Störung auf der 1., der Wei-Qi- Ebene. Lunge und Magen werden gestört, so daß die Flüssigkeitsbewegung eingeschränkt wird und der schlüpfrige Belag entsteht. Daher hat schlüpfrig und ölig generell mit der Wei-Qi-Ebene zu tun.
Weiß, dick und schlüpfrig
Dies zeigt innere Feuchtigkeit oder Kälte mit Nahruiigsstau im Magen. Diese Störung kann noch nicht lange oder chronisch bestehen, weil der Belag sich sonst gelb färben würde. Oder er zeigt äußere Kälte, die sich beim Eindringen ins Innere (Lunge/Magen) in Feuchtigkeit umgewandelt hat.
Weiß, dünn und trocken
Sie zeigt bei blassem Zungenkörper eine Blutschwäche. Oder auch eine Yang-Schwäche, wenn die Flüssigkeiten nicht ausreichend bewegt werden können. (Normalerweise ist ja sonst eine Yang-Schwäche Zunge feucht!).
Äußere Windkälte oder Windhitze greift die Lunge an. Dabei ist der Faktor noch an der Oberfläche.
Hat der Patient Fieber aber keine Kälte Aversion, so zeigt dieser Belag, daß der pathogene Faktor ausgeleitet ist, aber die Säfte der Lunge verletzt wurden.
Generell gilt: ob ein trockener Belag von innerer Hitze oder äußerem Angriff herrührt, ist dadurch zu unterscheiden, ob der Patient Durst hat oder nicht.
Ist die Ursache des trockenen Belages ein pathogener Faktor, so sollte nicht das Schwitzen angeregt werden, da die Flüssigkeiten der Lunge schon verletzt sind.
Ursache diese Belages kann auch Trockenheit als pathogener Faktor sein. Dies ist bei unserem Klima jedoch selten, höchstens in Zusammenhang mit Heitzung oder Klimaanlage.
Weiß, dick und feucht
Äußere Windkälte, wenn der Faktor massiv ist, was sich in der Dicke des Belages zeigt. Der pathogene Faktor ist dabei im Tai-Yang oder Shao-Yang.
Innere Ursache kann Ansammlung von Feuchtigkeit und Kälte sein. In der Regel im mittleren Erwärmer.
Weiß, dick und trocken
Vor allem als Zeichen eines inneres Syndrom bei Ansammlung von trüben Flüssigkeiten mit Hitze. Dies ist eine der wenigen Situationen, in denen der weiße Belag Hitze anzeigt.
Weiß, dick und grau
Innere Yang-Schwäche von Milz und Magen verursacht Stagnation von Nahrung und Feuchtigkeit. Dieser Belag ist in der Regel an der Wurzel und im Zentrum dicker als am Rand.
Weiß, dick und fettig/schlüpfrig
Milz-Yang-Schwäche mit Stagnation von Feuchtigkeit und Kälte und Schleim. Von diesem Belag wird gesagt, daß er wie Hüttenkäse oder Porridge aussieht.
Weiß, dick, fettig und trocken
Das Fettige läßt den Belag wie rauh oder fleckig erscheinen, so daß er gleichzeitig trocken wirken kann. Das Qi im mittleren Erwärmer und die Magensäfte sind vermindert. Die Schwäche des Qi im ME führt zu Feuchtigkeit, während der Magen gleichzeitig trocken ist. Innere Hitze mit Feuchtigkeit: die Hitze trocknet den Belag und die Feuchtigkeit erzeugt das Fettige.
Weiß, rauh mit Rissen
Äußere Syndrome durch Sommerhitze, die das Qi angreifen und erhitzen. Dies passiert nach den 4 Schichten auf der 2. Ebene. Die Hitze macht Risse, aber keine Trockenheit, da die Hitze nur auf der Qi Ebene ist, also eher oberflächlich. Dieses Syndrom tritt nur bei heißem Klima auf.
Weiß, klebrig und fettig
Feuchtigkeit oder Schleim auf Grund von Milz-Qi oder Milz-Yang-Schwäche.
Ursache kann auch ein äußerer Angriff auf die Qi-Ebene durch pathogene Faktoren sein.
Weißer pulvriger Belag
Meist auf der Zungenspitze. Äußere Hitze bei Infektionserkrankungen.
Gift im Inneren.
Äußere Hitze dringt in den Sanjiao ein.
Weiß und wie mit Schnee belegt
Wie weiße Flocken auf der Zunge – über die Zunge verstreut. Das Milz-Yang ist ernsthaft erschöpft!
Feuchtigkeit und Kälte im Mittleren Erwärmer. In alten Texten wird dies verstopfte Milz genannt.
Die Fähigkeit der Milz zu Transport und Transformation kommt zum Erliegen. Also sehr ernst !
Weiß und modrig
Das Weiß ist dabei eher leicht grau und das modrige hat einen leicht klebrigen Charakter. Stücke des Belages sehen wie verfault aus, andere wie geronnene Milch.
Dies zeigt Nieren-Yin und Magen-Yin Schwäche die zu Hitze mit ,,feuchten Giften, die im Inneren lauern ” . Dabei können Niere und Magen die Flüssigkeiten nicht mehr beherrschen und Feuchtigkeit bildet sich. Die Yin-Schwäche von Magen und Niere macht Leere-Hitze. Die Ausdünstung der Leere-Hitze verbindet sich mit den in der Lunge stagnierenden Flüssigkeiten zu einer speziellen Flüssigkeit: der inneren giftigen Flüssigkeit. So gärt und verrottet diese Flüssigkeit, wird faulig und giftig. Deshalb wird diese Zunge auch oft die faulige Zunge genannt. Dieser Zustand ist ernst, aber nicht unbedingt lebensbedrohlich. Die Behandlung ist schwer, da man weder direkt die Flüssigkeiten ausleiten, noch einfach kühlen darf.
Halb weiß und schlüpfrig
Die halbe Zunge ist weiß und dünn belegt, die andere halbe Zunge ist weiß und schlüpfrig.
lst die schlüpfrige Seite rechts: Shao-Yang Syndrom, also halb innen und halb außen. Das Qi der Gallenblase ist angegriffen.
Links: Organsyndrom, das Leber Xue ist angegriffen.

3.5.2 Gelber Belag
Allgemein gibt es 3 Bedeutungen:
1.Hitze. Sie kann innen oder außen, Fülle oder Leere sein
2.Innen. Stadium der Eindringtiefe von pathogenen Faktoren in das Yang-Ming. Achtung, natürlich kann Wind-Hitze an der Oberfläche auch einen gelben Belag machen. Daher ist die Tiefe nur zusammen mit den anderen diagnostischen Methoden zu beurteilen, oder wenn man im Behandlungsverlauf die Zunge und ihre Entwicklung täglich sieht.
3.Magen und Milz Erkrankungen. Gelb zeigt ein Fülle-Muster in Magen oder Milz
Braun wird zu den gelben Belägen gezählt.
Blaß gelb
Dieser Belag ist im Zentrum dünn und weiß, an den Rändern blaß-gelb.
Dies zeigt den Umschwung von Kälte zu Hitze, von Innen nach Außen.
Äußere Wind-Hitze greift die Lunge an. Der Magen ist dabei (noch) nicht betroffen.
Ist der Belag dick und nur leicht gelblich, so stauen sich die Feuchtigkeit und Hitze im ME mit Qi-Stagnation. Dies trifft bei inneren Erkrankungen zusammen.
Gelb und schlüpfrig
Tritt in der Klinik noch verhältnismäßig oft auf. Feuchte Hitze, z.B. bei Gelbsucht.
Schmutzig-gelb
Feuchte Hitze in Magen und Darm. Das Schmutzige entsteht durch die langanhaltende Stagnation.
Gelb, klebrig und fettig
Dieses Muster zeigt Hitze-Schleim. Ist der Belag sehr dunkel und dick, so ist die Hitze groß und nur wenig Feuchtigkeit da. Ist der Belag nur leicht gelb und dünn (und natürlich auch noch fettig) so steht die Feuchtigkeit im Vordergrund.
Trocken und gelb
Dabei sind die Körpersäfte durch Hitze verletzt. Dies kann ein äußeres oder inneres Syndrom sein. In beiden Fällen ist es Fülle-Hitze.
Gelbe Wurzel und weiße Spitze
Ein pathogener Faktor dringt von außen ein und wandelt sich in Hitze um. An der Oberfläche ist er kalt und innen heiß.
Gelbe Seitenstreifen auf weißem Belag
Sind die Streifen auf beiden Seiten bei akuten Erkrankungen, so ist der pathogene Faktor ins Innere vorgedrungen. Bei inneren Erkrankungen zeigt dies Hitze in Magen und Darm.
Dicke gelbe Seitenstreifen auf gelbem Belag
Hitze in Leber und Gallenblase. Diese Streifen sind oft fettig oder klebrig, als Zeichen von Hitze mit Feuchtigkeit.
Halb gelb und halb weiß
Hitze in Leber und Gallenblase. Wenn mehr rechts gelb v.a. Gallenblase, wenn mehr links v.a. Leber.

3.5.3 Grauer Belag
Zeigt immer ein inneres Syndrom. Es kann sowohl Hitze als auch Kälte sein. Grau zeigt, daß die Störung schon lange Zeit besteht. Es ist oft eine Weiterentwicklung des gelben Belages.
Grau und trocken zeigt Hitze.
Grau und feucht zeigt Kälte.
Grau, naß und schlüpfrig
Feuchtigkeit und Kälte in der Milz. Dieser Belag entwickelt sich aus einem weißen Belag.
3.5.4 Schwarzer Belag
Er ist in der Bedeutung dem Grauen ähnlich. Er kann ebenfalls Hitze oder Kälte zeigen. Er bedeutet immer, daß die Störung seit langem besteht. Er entwickelt sich aus dem gelben oder grauen Belag.
Schwarz und trocken zeigt Hitze.
Schwarz und naß zeigt Kälte.
Schwarz, schlüpfrig und fettig
Er ist auf der gailzen Zunge eher dick. Er bedeutet Ansammlung von Feuchtigkeit und Kälte in Magen und Darm.
Bilateral schwarze Streifen
Der Belag ist dünn und weiß mit rechts und links einem schwarzen Streifen. Äußere Kälte im Magen, der in Schwäche ist. Daher ist der Belag eher feucht. Ein trockener Belag spricht mehr für Hitze.
Weißer Belag mit schwarzen Punkten
Dabei ist ein weißer Belag auf der ganzen Zunge und schwarze Punkte streuen ebenfalls über alle 3 Bereiche. Hier ist ein pathogener Faktor eingedrungen und hat sich zum Teil zu Hitze umgewandelt und ist frisch ins Innere eingedrungen. Mit der Zeit wird dieser Belag schwarz werden.
Weiß mit schwarzen Stoppeln
Diese Stoppeln sind pelzartig und werden vom Belag gebildet. Ist die Zunge feucht, können sie abgewischt werden. Der Patient hat Durst, aber will nicht trinken. Der Körper fühlt sich heiß an. Dies ist wahre Kälte und falsche Hitze, also ein lebeusberdohliches Syndrom, bei dem das Yang in Schwäche ist, und vom Yin nach Außen gedrängt wird. Ist der Belag trocken und die Stoppeln rauh, der Patient fühlt sich heiß, dann hat sich pathogene Kälte in Hitze umgewandelt.
Schwarzes Zentrum, weiß und schlüpfrig an Seiten und Spitze
Mangel-Kälte mit Feuchtigkeit auf Grund von Milz-Schwäche.
Halb weiß und schlüpfrig, halb gelb und schwarz
Ist die gelb/schwarze Seite links so ist es Leber-Hitze. Ist die gelb/schwarze Seite rechts Gallenblase-Hitze.
Gelbe Seiten und schwarz fettiges Zentrum
Ansammlung von Feuchtigkeit und Hitze im Inneren, meist durch Alkohol verursacht. Dabei hat sich Hitze im Magen gesammelt. Diese Hitze verdampft Flüssigkeiten und verursacht eine Milz-Nässe.
Schwarz, trocken und rissig
Eine ernste Nieren-Yin-Schwäche. Die Körpersäfte sind durch Hitze wie ausgebrannt. In seltenen Fälle kann dies auch große Kälte im inneren mit Yang-Schwäche sein, obwohl die Zunge dabei trocken ist. Dies passiert, wenn die Niere auf Grund der Yang-Schwäche die Flüssigkeiten nicht mehr verdampfen kann. So wird der Belag bei Yang-Schwäche trocken.
Ist man sich unsicher, so kann die Frage nach Durst und Urin Klärung bringen. Bei Kälte und Yang-Schwäche gibt es keinen Durst und nur wenig aber klaren Urin.
3.5.5 Gemischte Belagsfarben
In der Regel ist die Zungenfarbe gemischt, weil eine Entwicklung stattfindet, oder weil unterschiedliche Organe mit unterschiedlicher Konstitution betroffen sind. Daher kann der unterschiedlich gefärbte Belag eine Hilfe sein, eine Entwicklung abzuschätzen.
Weiß und gelb
Bei äußeren Erkrankungen steht weiß für Außen und gelb für Innen; gelb steht auch für Hitze und weiß für Kälte. So kann eine gemischte Zunge die Entwicklung von außen nach innen oder umgekehrt anzeigen:
Ist sie weiß mit gelber Spitze so ist ein äußerer Faktor grade ins Innere eingedrungen.
Gelb mit weißer Spitze. Dies kann auch ein Wandel von außen nach innen sein, oder ein Hitze-Faktor ist dabei sich aufzulösen.
Um diese Diagnosen zu stellen, ist es aber in der Regel wichtig, die Zunge regelmäßig zu sehen.
Ist das Zentrum weiß und die Seiten gelb, so dring der Faktor grade ins Innere ein und wird zu Hitze. Dabei sollte man sich natürlich auch die übrigen Symptome schildern lassen. Hat der Patient noch Kälteaversion, so ist der Faktor noch an der Oberfläche.
Ist das Zentrum gelb und die Seiten weiß, so zeigt dies innere Hitze die sich zu klären beginnt.
Bei chronischen Erkrankungen können ein weißer Belag im OE der Zunge und eine gelbe Wurzel anzeigen, daß bei innerer Hitze im UE eine äußere Wind-Kälte im OE eingedrungen ist.
Generell kann man den Belag auch mit den lokal zugehörigen Organen in Verbindung bringen.
Weiß und grau
Ist sie auch feucht, so zeigt dies eine Ansammlung von Feuchtigkeit und Kälte im Inneren.
Ist sie schmutzig, so zeigt dies langandauernde Kälte mit Schleim bei blockiertem Yang-Qi und Yin-Qi.
Halb weiß und grau mit Längseinteilung oder Quereinteilung zeigt pathogene Kälte, die halb innen und halb außen stagniert. Dies passiert nach den 6 Schichten im Shao-Yang.
Weiß und schwarz
Weiß mit schwarzen Punkten oder weiß und fettig mit schwarzen Streifen zeigt Feuchtigkeit in der Milz auf der Qi-Ebene.
Gelb und schwarz
Ist der Belag im Zentrum gelb und außenherum schlüpfrig, fettig und schwarz, so ist feuchte Hitze in der Milz (inneres Syndrom).
Ist der Belag gelb an den Seiten mit schwarzen Stoppeln in der Mitte, so ist Hitze im Yang-Ming mit Austrocknung des Stuhls in den Därmen.
Weiß, grau und schwarz
Ein weißer Belag im Zentrum und grau , schwarz , fettig und schlüpfrig darumherum, zeigt Stagnation von Feuchtigkeit in der Milz.
Gelb und grau
Bei verstopften Patienten kann der Belag im Zentrum gelb und trocken sein und außenherum grau. Dies zeigt, daß innere Feuchtigkeit sich in Hitze umwandeln kann und die Jin-Ye verletzt werden.
3.6 Der Zungenbelag bei akuten äußeren Erkrankungen
Die Dicke des Belages zeigt die Stärke des pathogenen Faktors. Ein dicker Belag spricht aber nicht nur für äußere Faktoren, sondern kann auch durch innere Störungen entstehen.
Wind-Kälte
Im Anfangsstadium ist der Belag dünn und weiß als Zeichen der Kälte un d leicht feucht, da der Wind die Fähigkeit der Lunge die Flüssigkeiten zu verteilen blockiert. Der Belag findet sich vor allem im Bereich des OE oder an den Rändern als Zeichen des Eindringens von außen. Der pathogene Faktor ist noch an der Oberfläche ist. Weitere Symptome sind: Cephalgien, steifer Nacken Gliederschmerzen, kein Schwitzen, kein Durst, Kälteaversion, ev. leichtes Fieber (erhöhte Temperatur).
Wind-Hitze
Zu Beginn ist der Belag dünn und gelblich als Zeichen der Hitze. Er ist ev. leicht trocken als Zeichen der verminderten Körperflüssigkeiten. Er findet sich gegebenenfalls im OE oder den Rändern als Zeichen des Eindringens von außen. Bei Kindern kann es oftmals schnell zu roten Punkten kommen. Weitere Symptome sind: Cephalgien, ein wunder Hals, Durst, leichtes Schwitzen, Fieber.
Hitze
Dünner und gelber Belag, ev. trocken, da die Säfte angegriffen sind. Weitere Symptome sind: HitzeAversion, profuses Schwitzen, trockene Lippen, Durst.
Kälte
Äußere Kälte kann den Magen, Darm , Lunge und Gebärmutter direkt angreifen. In jedem dieser Fälle ist der Zungenbelag dick als Zeichen, daß der pathogene Faktor sich bis ins Innere ausgebreitet hat. Er ist also dick und weiß und möglicherweise feucht, da die Kälte den normalen Flüssigkeitsfluß blockiert. Weitere Symptome sind: Je nach Lokalisation kann es zu epigastrischen Schmerzen oder abdominellen Schmerzen kommen, ev. mit Erbrechen oder Durchfall, mit Dysmenorrhoe und klumpigen Blutungen.
Feuchtigkeit
Sie kann den Magen, Darm, Muskeln und Meridiane direkt angreifen. Der Belag ist dick auf Grund der Feuchtigkeit, schmierig und schlüpfrig als Zeichen der Blockade von Transport und Transformation der Flüssigkeiten. Weitere Symptome sind in Abhängigkeit von der Lokalisation: Schweregefühl, abdominelle Spannung, Steifheit des Rückens, dünner Stuhl, etc.
3.7 Der Zungenbelag bei den 8 Leitkriterlen
Außen
Entspricht: Haut, Muskeln und Meridianen. Auf der Zunge entspricht dies dem OE und den Seiten. Vor allem dort zeigt sich der Belag verändert, jedoch nicht ausschließlich!
Innen
Das Innere wird hauptsächlich durch das Zungenzentrum dargestellt. Dringt ein pathogener Faktor wie Wind-Kälte von Außen ein, so beginnt der Belag im OE und den Seiten. Dringt er in die Tiefe ein so zieht er in die Mitte der Zunge und verdickt sich, da nun das Yang-Ming betroffen ist. Das Innere bedeutet ja, das bestimmt Organe betroffen sind.
Genauso zeigt der Zungenbelag natürlich auch innere Erkrankungen. Ist dann der Belag im Zentrum verdickt, so zeigt dies z.B. eine Stagnation von Essen und Feuchtigkeit im Magen.
Mangel
Dies zeigt sich durch verminderten, fehlenden oder wurzellosen Zungenbelag.
Wurzelloser oder verminderter Zungenbelag zeigt eine Schwäche des Magen-Qi.
Der komplett fehlende Belag zeigt bei roter Zunge eine Mangel von Nieren- und Magen-Yin.
Ist die Zunge bei fehlendem Belag blaß, so handelt es sich um Xue-Schwäche.
Ist die Zungenfarbe normal so ist nur das Magen-Yin geschwächt.
Exzeß
Exzess liegt grundsätzlich bei einem verdicktem Zungenbelag vor. Der dicke Zungenbelag zeigt das aufeinandertreffen von pathogenem Faktor und der Körperenergie. Also dem Xie-Qi und dem ZhenQi (wahres Qi). Ob Belag da ist oder nicht, ist oft entscheidend um Fülle oder Leere zu bestimmen. Ist die Zunge z.B. rot, so entscheidet der Belag, ob es Fülle oder Leere ist.
Hitze
Gelber Zungenbelag
Kälte
Weißer Zungenbelag
Yang
Der Belag zeigt nicht generell, ob es sich um Leere handelt. Yang-Leere macht einen blaßen Zungenkörper. Führt die Yang-Leere zur Ansammlung von Feuchtigkeit, so wird der Zungenbelag dick, weiß und schlüpfrig.
Yin
Yin-Leere zeigt sich im Fehlen des Belages.
Ist die Zungenfarbe normal nur des Magen-Yin.
Ist die Zungenfarbe rot oder tiefrot, liegt auch Nieren-Yin Leere vor.
Zusammenfassung
Die Zungenkörperfarbe ist der erste und wichtigste Aspekt. Sie zeigt die Grundkostitution.
Blaß: Yin oder Yang-Schwächeje nachdem ob feucht oder trocken.
Rot: Hitze: Fülle mit Belag, Leere ohne Belag.

Purpur zeigt Xue-Stase:
* bei innere Kälte bläulich
* bei innerer Hitze rötlich

Blau zeigt Xue Stase durch innere Kälte.

Die Zungengestalt zeigt:
1. Wie ernst eine Erkrankung ist. Die blasse Zunge zeigt Xue xu. Ist sie außerdem noch dünn, so ist die Schwäche ernst.
2. Sie zeigt die Dauer einer Störung. So ist eine rote Zunge ohne Belag eine Yin-Schwäche. Ist sie auch dünn, so besteht die Yin-Schwäche über längere Zeit.
Beides ist wichtig für die Dauer der Behandlung und die Prognose.
Die Zungengestalt hilft also in der Regel, die Befunde der Zungenfarbe noch weiter zu differenzieren.

Nach den 8 Leitkriterien ist die Zungengestalt wichtig, um Fülle und Leere zu unterscheiden:
Fülle: geschwollen, steif, lang, sich bewegend
Leere: dünn, schlaff, Risse, Zahnmarken

Der Zungenbelag entsteht aus der Verdauungstätigkeit des Magens. Er zeigt also vor allem die Konstitution des Magens und der anderen Yang Organe.
Der Belag kann sein Farbe schneller ändern als der Zungenkörper. Dies ist bei der Beurteilung von pathogenen Faktoren wichtig.
Der Belag zeigt schnell ob es sich um Leere oder Fülle handelt.
Er zeigt auch schnell ob Hitze oder Kälte. (Kann aber täuschen).
Bei äußerem Syndrom kann er die Eindringtiefe zeigen.

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